Was ist die Zweitwohnungssteuer?
Die Zweitwohnungssteuer ist eine kommunale Aufwandsteuer in Deutschland und eine Landesabgabe in Österreich, die für das Innehaben einer weiteren Wohnung (Nebenwohnsitz) neben dem Hauptwohnsitz erhoben wird. Sie besteuert die persönliche Lebensführung und die damit verbundene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Ziel ist es, Einnahmen von Personen zu generieren, die die kommunale Infrastruktur nutzen, aber ihre Einkommensteuer am Hauptwohnsitz entrichten.
Die Steuer ist nicht mit dem Schweizer Zweitwohnungsgesetz (Lex Weber) zu verwechseln, das eine raumplanerische Bauvorschrift darstellt.
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von Lodgify
So funktioniert es
Eigentümer oder Mieter, die in einer Gemeinde eine Zweitwohnung anmelden, werden vom zuständigen Steueramt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert. Die Bemessungsgrundlage in Deutschland ist meist die Jahresnettokaltmiete (tatsächlich oder geschätzt), auf die ein von der Gemeinde festgelegter Prozentsatz angewendet wird. In Österreich kann die Steuer pauschal oder nach der Nutzfläche berechnet werden.
Für gewerblich vermietete Ferienwohnungen kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung gewährt werden, etwa wenn eine überwiegende Vermietung an Feriengäste und eine nur geringfügige oder keine Eigennutzung nachgewiesen wird.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber ist diese Steuer ein relevanter Kostenfaktor, der in die Kalkulation einfließen muss. Das Verständnis der lokalen Regelungen und möglicher Befreiungen ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Ferienimmobilie. Eine genaue Planung der steuerlichen Pflichten bei der Vermietung einer Ferienwohnung ist daher unerlässlich, um die Rentabilität korrekt zu bewerten und finanzielle Nachteile zu vermeiden.
Beispiele
- In Berlin unterliegt eine Zweitwohnung mit einer Jahresnettokaltmiete von 12.000 € einem Steuersatz von 15 %, was zu einer jährlichen Steuer von 1.800 € führt (Stand: 2024).
- Eine Gemeinde in Tirol erhebt eine Zweitwohnsitzabgabe, die sich nach der Nutzfläche richtet. Für eine 70 m² große Ferienwohnung können so mehrere hundert Euro pro Jahr anfallen.
- Ein Eigentümer einer Ferienwohnung an der Ostsee kann von der Zweitwohnungssteuer befreit werden, wenn er nachweist, dass die Wohnung im Vorjahr zu mehr als 75 % der ortsüblichen Vermietungszeit an Gäste vermietet war.
- In einigen Schweizer Tourismusorten zahlen Eigentümer von Zweitwohnungen eine jährliche Pauschalkurtaxe von z. B. 400 CHF, die die Abgaben für die eigene Nutzung abdeckt.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Zweitwohnungssteuer
Muss ich für meine Ferienwohnung Zweitwohnungssteuer zahlen?+
Wie wird die Zweitwohnungssteuer berechnet?+
Gibt es eine Zweitwohnungssteuer in der Schweiz?+
Was ist der Unterschied zwischen Zweitwohnungssteuer und Kurtaxe?+
Verwandte Begriffe
Kurtaxe
Die Kurtaxe ist eine kommunale Abgabe, die von Übernachtungsgästen in Kur- und Erholungsorten zur Finanzierung touristischer Infrastruktur erhoben wird.
Einkommensteuer bei Vermietung
Die Einkommensteuer bei Vermietung ist die Steuer, die auf die Gewinne aus der Vermietung von Immobilien, einschließlich Ferienwohnungen, erhoben wird.
Zweckentfremdungsverbot
Ein Zweckentfremdungsverbot ist eine gesetzliche Regelung, die die Umwandlung von Wohnraum in gewerblich genutzte Flächen wie Ferienwohnungen einschränkt.
Abschreibung (AfA)
Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) ist ein steuerlicher Prozess, der die Wertminderung von Wirtschaftsgütern über ihre Nutzungsdauer verteilt.
