Was ist eine Untervermietung?
Untervermietung bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Hauptmieter den von ihm gemieteten Wohnraum ganz oder teilweise an eine dritte Person, den Untermieter, weitervermietet. Es entsteht ein eigenständiger Mietvertrag zwischen dem Hauptmieter und dem Untermieter. Der ursprüngliche Mietvertrag zwischen dem Vermieter und dem Hauptmieter bleibt davon unberührt. Der Hauptmieter wird somit selbst zum Vermieter gegenüber dem Untermieter, behält aber alle Pflichten gegenüber seinem eigenen Vermieter.
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von Lodgify
So funktioniert es
Die Untervermietung erfordert grundsätzlich die Zustimmung des Hauptvermieters. Eine ungenehmigte Weitergabe kann zur Kündigung des Hauptmietvertrags führen. Die genauen Regelungen zur Erlaubnis unterscheiden sich in den DACH-Ländern.
In Deutschland hat ein Mieter nach § 553 BGB einen Anspruch auf die Erlaubnis zur teilweisen Untervermietung, wenn ein berechtigtes Interesse entsteht. Für die Untervermietung der gesamten Wohnung (§ 540 BGB) besteht dieser Anspruch nicht.
In Österreich regelt das Mietrechtsgesetz (MRG) die Materie. Der Vermieter darf die Zustimmung nur aus wichtigen Gründen verweigern, etwa bei Überbelegung oder einem unverhältnismäßig hohen Untermietzins.
In der Schweiz ist gemäß Art. 262 OR die Zustimmung des Vermieters nötig. Er darf sie nur verweigern, wenn der Mieter die Bedingungen nicht offenlegt, diese missbräuchlich sind oder dem Vermieter wesentliche Nachteile entstehen.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber und Hausverwaltungen ist das Thema Untervermietung rechtlich relevant. Wer als Mieter eine Ferienwohnung an Touristen untervermietet, benötigt die ausdrückliche, am besten schriftliche, Erlaubnis des Vermieters. Andernfalls droht die fristlose Kündigung des eigenen Mietvertrags. Für Eigentümer ist es wichtig, die Nutzung ihrer Immobilie vertraglich klar zu regeln und die Untervermietung zu touristischen Zwecken entweder explizit zu gestatten oder zu verbieten.
Beispiele
- Ein Student vermietet ein freies Zimmer in seiner Wohngemeinschaft an einen neuen Mitbewohner.
- Eine Berufstätige überlässt ihre Wohnung für sechs Monate einem Praktikanten, während sie für ein Projekt im Ausland ist.
- Ein Mieter inseriert seine Wohnung auf einer Online-Plattform für Wochenendgäste, was eine Form der kurzzeitigen Untervermietung darstellt.
- Ein Ladenbesitzer vermietet eine kleine Ecke seines Geschäfts an einen Kaffeestandbetreiber.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Untervermietung
Brauche ich für die Untervermietung meiner Wohnung immer die Erlaubnis des Vermieters?+
Was ist der Unterschied zwischen Untervermietung und einer reinen Besuchsregelung?+
Darf ich als Hauptmieter einen höheren Mietzins vom Untermieter verlangen?+
Welche steuerlichen Pflichten habe ich bei Einnahmen aus Untervermietung?+
Verwandte Begriffe
Kurzzeitvermietung
Kurzzeitvermietung bezeichnet die befristete Überlassung von Wohnraum an Gäste gegen Entgelt, typischerweise für Tage, Wochen oder wenige Monate.
Langzeitvermietung
Die Langzeitvermietung bezeichnet die Überlassung von Wohnraum für mehrere Monate oder Jahre auf Basis eines Mietvertrags nach Wohnraummietrecht.
Zweckentfremdungsverbot
Ein Zweckentfremdungsverbot ist eine gesetzliche Regelung, die die Umwandlung von Wohnraum in gewerblich genutzte Flächen wie Ferienwohnungen einschränkt.
Einkommensteuer bei Vermietung
Die Einkommensteuer bei Vermietung ist die Steuer, die auf die Gewinne aus der Vermietung von Immobilien, einschließlich Ferienwohnungen, erhoben wird.
