Was ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) ist eine eindeutige Kennzeichnung, die an Unternehmer im EU-Binnenmarkt vergeben wird. Sie dient der korrekten Abwicklung von grenzüberschreitenden Lieferungen und Dienstleistungen zwischen Unternehmen (B2B). In Deutschland wird sie als USt-IdNr. bezeichnet, in Österreich als UID-Nummer.
Die Schweiz als Nicht-EU-Staat verwendet die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID), die bei Mehrwertsteuerpflicht um den Zusatz „MWST“ ergänzt wird (MWST-Nummer). Diese dient zur Identifikation im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr, unterliegt aber anderen Regeln als die USt-IdNr. der EU.
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von Lodgify
So funktioniert es
Im B2B-Verkehr innerhalb der EU ermöglicht die USt-IdNr. die Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens. Ein Unternehmer (z. B. ein Gastgeber) teilt seine USt-IdNr. einem Dienstleister im EU-Ausland (z. B. einem OTA) mit. Der Dienstleister stellt daraufhin eine Rechnung ohne ausländische Umsatzsteuer aus.
Der Leistungsempfänger im Inland ist dann verpflichtet, die Umsatzsteuer auf diese Dienstleistung selbst zu berechnen, in seiner Umsatzsteuervoranmeldung anzugeben und abzuführen. In der Schweiz müssen Unternehmen bei Dienstleistungsbezug aus dem Ausland die sogenannte Bezugsteuer deklarieren.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber von Ferienunterkünften ist die USt-IdNr. unerlässlich, wenn sie mit Online-Reiseagenturen (OTAs) wie Booking.com (Sitz in den Niederlanden) oder Airbnb (Sitz in Irland) zusammenarbeiten. Durch die Angabe der Nummer wird die Provisionsabrechnung ohne ausländische Umsatzsteuer ausgestellt. Dies vereinfacht die Buchhaltung erheblich, da der Gastgeber die Steuerschuld direkt in seinem Heimatland abwickelt und sich nicht um die Erstattung ausländischer Vorsteuer bemühen muss.
Beispiele
- Ein deutscher Vermieter mit einer USt-IdNr. erhält von Airbnb (Irland) eine Provisionsrechnung ohne irische Mehrwertsteuer. Er führt die deutsche Umsatzsteuer auf diese Provision über das Reverse-Charge-Verfahren selbst ab.
- Eine österreichische Agentur, die Ferienwohnungen verwaltet, nutzt ein Buchungssystem aus Frankreich. Sie übermittelt ihre UID-Nummer, erhält eine Netto-Rechnung und versteuert den Bezug der Dienstleistung in Österreich.
- Ein Schweizer Hotelier, der bei der ESTV als mehrwertsteuerpflichtig registriert ist, gibt seine MWST-Nummer an eine deutsche Marketingagentur weiter. Er erhält eine Netto-Rechnung und deklariert die Bezugsteuer in seiner Schweizer MWST-Abrechnung.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)
Benötige ich als Kleinunternehmer eine USt-IdNr.?+
Wo beantrage ich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?+
Was ist der Unterschied zwischen Steuernummer und USt-IdNr.?+
Wie überprüfe ich die Gültigkeit einer USt-IdNr.?+
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