Finanzen

Was ist die Gewerbesteuer bei der Ferienvermietung?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Die Gewerbesteuer bei der Ferienvermietung ist eine Steuer auf den Gewinn eines Gewerbebetriebs, die in Deutschland von den Gemeinden erhoben wird. Sie fällt an, wenn die Vermietungstätigkeit über die reine private Vermögensverwaltung hinausgeht und als gewerblich gilt. Dies ist oft der Fall, wenn hotelähnliche Zusatzleistungen (z.B. Frühstück, tägliche Reinigung) angeboten werden oder die Organisation einem Geschäftsbetrieb gleicht.

Die Höhe der Steuer hängt vom Gewerbeertrag und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ab. In Österreich und der Schweiz existiert keine direkte Entsprechung zur deutschen Gewerbesteuer.

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So funktioniert es

Die Gewerbesteuerpflicht wird in den DACH-Ländern unterschiedlich gehandhabt:

**Deutschland:** Eine Ferienvermietung wird gewerbesteuerpflichtig, wenn sie als Gewerbebetrieb und nicht als private Vermögensverwaltung eingestuft wird. Für natürliche Personen und Personengesellschaften gibt es einen jährlichen Freibetrag auf den Gewerbeertrag von 24.500 Euro (laut § 11 GewStG). Nur der darüber liegende Betrag wird besteuert. Die Berechnung erfolgt durch Multiplikation des Gewerbeertrags (nach Abzug des Freibetrags) mit der Steuermesszahl (3,5 %) und dem kommunalen Hebesatz.

**Österreich:** In Österreich gibt es keine Gewerbesteuer. Einkünfte aus der Ferienvermietung unterliegen der Einkommensteuer. Wird die Tätigkeit jedoch als gewerblich eingestuft (z.B. durch umfangreiche Nebenleistungen), kann dies zur Pflichtmitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer (WKO) und zu Beiträgen zur Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) führen.

**Schweiz:** Auch in der Schweiz existiert keine bundesweite Gewerbesteuer. Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, ob die Vermietung als private Vermögensverwaltung oder als selbstständige Erwerbstätigkeit qualifiziert wird. Letzteres führt zur Beitragspflicht bei der AHV/IV/EO. Die Gewinne werden im Rahmen der regulären Einkommenssteuer besteuert. Einige Kantone oder Gemeinden können eigene, unternehmensbezogene Abgaben erheben.

Warum das wichtig ist

Die Einstufung als gewerblicher Betrieb kann die Rentabilität einer Ferienvermietung erheblich beeinflussen. Gastgeber müssen die Kriterien kennen, um unerwartete Steuerforderungen zu vermeiden. Insbesondere in Deutschland kann die Gewerbesteuer eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, die bei der Preisstrategie und der Planung von Zusatzleistungen berücksichtigt werden muss. Die Kenntnis der lokalen Hebesätze ist für eine genaue Finanzplanung unerlässlich.

Beispiele

  • Ein Vermieter in Deutschland erzielt mit seiner Ferienwohnung einen jährlichen Gewinn von 20.000 Euro, ohne hotelähnliche Dienste anzubieten. Die Tätigkeit gilt als private Vermögensverwaltung, es fällt keine Gewerbesteuer an.
  • Eine Betreiberin in München vermietet mehrere Wohnungen, bietet einen täglichen Reinigungsservice und erzielt einen Gewerbeertrag von 50.000 Euro. Nach Abzug des Freibetrags von 24.500 Euro muss sie auf 25.500 Euro Gewerbesteuer zahlen, berechnet mit dem Münchner Hebesatz.
  • Ein Gastgeber in Österreich betreibt ein Chaletdorf mit Rezeption und Wellnessbereich. Seine Tätigkeit wird als gewerblich eingestuft. Er zahlt keine Gewerbesteuer, muss aber Beiträge an die WKO und die SVS entrichten.
  • Ein Vermieter in der Schweiz, dessen Tätigkeit als selbstständige Erwerbstätigkeit gilt, muss auf seine Gewinne aus der Vermietung AHV-Beiträge zahlen. Eine Gewerbesteuer im deutschen Sinne fällt nicht an.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Gewerbesteuer bei Ferienvermietung

Ab wann wird meine Ferienvermietung in Deutschland gewerblich?+
Die Grenze zur Gewerblichkeit ist nicht pauschal definiert. Entscheidend ist das Gesamtbild. Indizien sind eine hotelähnliche Organisation (z.B. Rezeption), das Anbieten umfangreicher Zusatzleistungen (Frühstück, tägliche Reinigung), eine hohe Umschlagshäufigkeit der Gäste oder die Unterhaltung eines ständig besetzten Büros. Die Vermietung einer einzelnen Wohnung ohne solche Dienste gilt in der Regel als private Vermögensverwaltung.
Kann die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet werden?+
Ja, in Deutschland können natürliche Personen und Gesellschafter von Personengesellschaften die gezahlte Gewerbesteuer teilweise auf ihre persönliche Einkommensteuerschuld anrechnen lassen. Dies geschieht durch einen pauschalen Abzug, der das 4,0-fache des Gewerbesteuermessbetrags beträgt (gemäß § 35 EStG), jedoch höchstens die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer. Dies mildert die Doppelbelastung durch beide Steuerarten.
Was bedeutet die gewerbliche Einstufung für Vermieter in Österreich?+
Obwohl es in Österreich keine Gewerbesteuer gibt, hat die Einstufung als gewerblicher Betrieb wichtige Konsequenzen. Sie führt zur Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer (WKO) mit entsprechenden Umlagen. Zudem kann eine Pflichtversicherung bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) entstehen. Die Gewinne werden weiterhin regulär über die Einkommensteuer versteuert.
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