Was ist die Ortstaxe in Österreich?
Die Ortstaxe, auch Nächtigungstaxe oder Kurtaxe genannt, ist eine in Österreich auf Landesebene gesetzlich verankerte, aber von den Gemeinden eingehobene Abgabe. Sie wird pro Person und Übernachtung von Gästen entrichtet, die in einer Gemeinde nächtigen, ohne dort ihren Hauptwohnsitz zu haben. Die Einnahmen aus der Ortstaxe sind zweckgebunden und dienen der Finanzierung und Förderung der touristischen Infrastruktur und Angebote vor Ort, wie zum Beispiel Wanderwege, Informationszentren oder öffentliche Veranstaltungen.
Die Höhe der Abgabe sowie etwaige Befreiungen (z. B. für Kinder, Geschäftsreisende oder bei längeren Aufenthalten) werden durch die jeweiligen Landestourismusgesetze und die darauf basierenden Gemeindeordnungen festgelegt. Gastgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Ortstaxe von ihren Gästen einzuheben und fristgerecht an die zuständige Gemeinde abzuführen.
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von Lodgify
So funktioniert es
Gastgeber von Ferienunterkünften in Österreich müssen die Ortstaxe von jedem abgabepflichtigen Gast einheben. Dies geschieht üblicherweise beim Check-in oder wird als separater Posten auf der Rechnung ausgewiesen. Die genaue Höhe pro Person und Nacht variiert je nach Bundesland und Gemeinde erheblich.
Die eingehobenen Beträge müssen in einem Gästeverzeichnis oder einem ähnlichen Meldesystem erfasst werden. In regelmäßigen Abständen, meist monatlich oder quartalsweise, müssen Gastgeber eine Abgabenerklärung bei der zuständigen Gemeinde einreichen und die gesammelte Summe abführen. Die Nichteinhaltung dieser Pflicht kann zu Verwaltungsstrafen führen.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber ist die korrekte Handhabung der Ortstaxe eine wesentliche rechtliche Verpflichtung. Eine fehlerhafte Berechnung, Einhebung oder Abfuhr kann zu Nachforderungen und Strafen führen. Zudem ist die transparente Kommunikation der Abgabe gegenüber den Gästen wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden und den Gesamtpreis der Buchung klar darzustellen. Die Einnahmen tragen direkt zur Attraktivität der Tourismusdestination bei, was wiederum den Gastgebern zugutekommt.
Beispiele
- In Wien beträgt die Nächtigungsabgabe 3,2 % des Beherbergungsentgelts (ohne Umsatzsteuer und Frühstücksanteil), wie im Wiener Tourismusförderungsgesetz (WTFG) festgelegt (Stand: 2026).
- In Tirol variiert die Ortstaxe je nach Tourismusverband und Saison. Beispielsweise kann in einer Gemeinde wie St. Anton am Arlberg ein Betrag von 5,05 € pro Person und Nacht anfallen (Stand: 2026), während andere Gemeinden niedrigere Sätze haben.
- Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (14 und 16 Jahre) übernachtet für drei Nächte in Zell am See-Kaprun. Da die Ortstaxe (hier: 2,05 € pro Nacht, Stand: 2026) erst ab dem 15. Lebensjahr fällig wird, muss der Gastgeber für drei Nächte und drei Personen (2 Erwachsene, 1 Kind über 15) insgesamt 18,45 € (3 Personen * 3 Nächte * 2,05 €) einheben und abführen.
Häufige Fragen zu Ortstaxe (Österreich)
Muss ich die Ortstaxe auch bei Buchungen über Plattformen wie Airbnb oder Booking.com einheben?+
Was ist der Unterschied zwischen der Ortstaxe und dem Tourismusbeitrag?+
Gibt es Ausnahmen von der Ortstaxenpflicht?+
Verwandte Begriffe
Kurtaxe
Die Kurtaxe ist eine kommunale Abgabe, die von Übernachtungsgästen in Kur- und Erholungsorten zur Finanzierung touristischer Infrastruktur erhoben wird.
Fremdenverkehrsbeitrag / Tourismusbeitrag / Pflichtbeitrag
Der Fremdenverkehrsbeitrag ist eine von Unternehmen an die Gemeinde oder den Tourismusverband zu zahlende Abgabe zur Finanzierung touristischer Infrastruktur.
Tourismusförderungsabgabe (Schweiz)
Eine Unternehmensabgabe in der Schweiz, die von tourismusnahen Betrieben zur Finanzierung von Marketing und Infrastruktur entrichtet wird.
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer ist eine Verkehrssteuer, die beim Kauf einer Immobilie oder eines Grundstücks in Deutschland und Österreich anfällt.
