Finanzen

Was sind Leerstandskosten?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Leerstandskosten sind die Summe aller finanziellen Aufwendungen, die einem Eigentümer oder Verwalter einer Ferienunterkunft während eines Zeitraums ohne Vermietung (Leerstand) entstehen. Sie umfassen im Wesentlichen die Fixkosten, die unabhängig von der Belegung anfallen. Dazu gehören typischerweise Zinsen für Kredite, Grundsteuern, Versicherungsprämien, pauschale Gebühren für Müll und Wasser, Kosten für Internetanschlüsse sowie geplante Wartungs- und Instandhaltungsausgaben.

Diese Kosten laufen weiter, auch wenn keine Mieteinnahmen erzielt werden, und schmälern somit direkt die Gesamtrentabilität der Immobilie. Ihre genaue Kenntnis ist entscheidend für die Finanzplanung.

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So funktioniert es

Die Berechnung der Leerstandskosten erfolgt durch die Addition aller anfallenden Fixkosten für einen bestimmten Zeitraum der Nichtvermietung. Beispielsweise summieren sich bei monatlichen Fixkosten von 700 Euro die Leerstandskosten für drei Monate ohne Buchungen auf 2.100 Euro.

Diese Kennzahl ist eine wesentliche Grundlage zur Ermittlung der Break-Even-Auslastung. Sie zeigt auf, wie viele Nächte eine Unterkunft vermietet sein muss, um zumindest die laufenden Kosten zu decken, bevor ein Gewinn erzielt wird.

Warum das wichtig ist

Das Verständnis der Leerstandskosten ist für Gastgeber und Verwalter von zentraler Bedeutung, da es den finanziellen Druck durch unvermietete Zeiträume quantifiziert. Diese Kennzahl ist die Basis für eine effektive Preisstrategie, insbesondere für die Kalkulation von Last-Minute-Rabatten. Sie hilft dabei, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob ein niedrigerer Preis zur Deckung der Kosten besser ist als ein kompletter Einnahmenausfall während einer Vakanz.

Beispiele

  • Eine Ferienwohnung an der Nordsee hat monatliche Fixkosten von 450 Euro (Finanzierung, Versicherung, Grundsteuer, Internet). Bleibt sie im November komplett unvermietet, betragen die Leerstandskosten für diesen Monat 450 Euro.
  • Ein Chalet in der Schweiz hat für eine Woche im Mai eine Buchungslücke. Die anteiligen wöchentlichen Fixkosten belaufen sich auf 250 CHF. Diese 250 CHF stellen die Leerstandskosten für diese eine Woche dar.
  • Ein Apartment in Wien ist aufgrund einer kurzfristigen Stornierung 10 Tage lang leer. Bei täglichen Fixkosten von 30 Euro entstehen durch diese Lücke Leerstandskosten in Höhe von 300 Euro.
  • Ein Vermieter blockiert seine Ferienwohnung für zwei Wochen im April für eine Renovierung. Die in dieser Zeit weiterlaufenden Fixkosten von 600 Euro sind ebenfalls als Leerstandskosten zu betrachten, die in die Investitionsrechnung einfließen.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Leerstandskosten

Sind Leerstandskosten dasselbe wie Fixkosten?+
Nicht ganz, aber sie sind untrennbar verbunden. Fixkosten sind alle Aufwendungen, die unabhängig von der Belegung anfallen. Der Begriff Leerstandskosten bezeichnet genau diese Fixkosten, aber bezogen auf den konkreten Zeitraum, in dem die Unterkunft leer steht. Er hebt die finanzielle Belastung durch die Nichtvermietung hervor und stellt somit eine spezifische Perspektive auf die Fixkosten während einer Vakanz dar.
Wie kann ich Leerstandskosten steuerlich geltend machen?+
Leerstandskosten können als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgesetzt werden, solange eine klare Einkunftserzielungsabsicht besteht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen Sie dem Finanzamt nachweisen, dass Sie die Immobilie aktiv zur Vermietung anbieten. Bei langem Leerstand kann die Behörde eine steuerliche Liebhaberei vermuten, was den Kostenabzug gefährdet. Eine lückenlose Dokumentation Ihrer Vermietungsbemühungen ist daher unerlässlich.
Welchen Einfluss haben Leerstandskosten auf meine Preisstrategie?+
Die Kenntnis Ihrer Leerstandskosten ist fundamental für eine dynamische Preisstrategie. Sie definieren die absolute Untergrenze für Last-Minute-Angebote, da jeder Preis über den variablen Kosten einen Beitrag zur Deckung dieser Leerstandskosten leistet. So können Sie gezielt Rabatte gewähren, um Vakanzen zu füllen und zumindest einen Teil der Fixkosten zu erwirtschaften, anstatt einen Totalausfall für den betreffenden Zeitraum hinnehmen zu müssen.
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