Was sind Leerstandskosten?
Leerstandskosten sind die Summe aller finanziellen Aufwendungen, die einem Eigentümer oder Verwalter einer Ferienunterkunft während eines Zeitraums ohne Vermietung (Leerstand) entstehen. Sie umfassen im Wesentlichen die Fixkosten, die unabhängig von der Belegung anfallen. Dazu gehören typischerweise Zinsen für Kredite, Grundsteuern, Versicherungsprämien, pauschale Gebühren für Müll und Wasser, Kosten für Internetanschlüsse sowie geplante Wartungs- und Instandhaltungsausgaben.
Diese Kosten laufen weiter, auch wenn keine Mieteinnahmen erzielt werden, und schmälern somit direkt die Gesamtrentabilität der Immobilie. Ihre genaue Kenntnis ist entscheidend für die Finanzplanung.
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von Lodgify
So funktioniert es
Die Berechnung der Leerstandskosten erfolgt durch die Addition aller anfallenden Fixkosten für einen bestimmten Zeitraum der Nichtvermietung. Beispielsweise summieren sich bei monatlichen Fixkosten von 700 Euro die Leerstandskosten für drei Monate ohne Buchungen auf 2.100 Euro.
Diese Kennzahl ist eine wesentliche Grundlage zur Ermittlung der Break-Even-Auslastung. Sie zeigt auf, wie viele Nächte eine Unterkunft vermietet sein muss, um zumindest die laufenden Kosten zu decken, bevor ein Gewinn erzielt wird.
Warum das wichtig ist
Das Verständnis der Leerstandskosten ist für Gastgeber und Verwalter von zentraler Bedeutung, da es den finanziellen Druck durch unvermietete Zeiträume quantifiziert. Diese Kennzahl ist die Basis für eine effektive Preisstrategie, insbesondere für die Kalkulation von Last-Minute-Rabatten. Sie hilft dabei, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob ein niedrigerer Preis zur Deckung der Kosten besser ist als ein kompletter Einnahmenausfall während einer Vakanz.
Beispiele
- Eine Ferienwohnung an der Nordsee hat monatliche Fixkosten von 450 Euro (Finanzierung, Versicherung, Grundsteuer, Internet). Bleibt sie im November komplett unvermietet, betragen die Leerstandskosten für diesen Monat 450 Euro.
- Ein Chalet in der Schweiz hat für eine Woche im Mai eine Buchungslücke. Die anteiligen wöchentlichen Fixkosten belaufen sich auf 250 CHF. Diese 250 CHF stellen die Leerstandskosten für diese eine Woche dar.
- Ein Apartment in Wien ist aufgrund einer kurzfristigen Stornierung 10 Tage lang leer. Bei täglichen Fixkosten von 30 Euro entstehen durch diese Lücke Leerstandskosten in Höhe von 300 Euro.
- Ein Vermieter blockiert seine Ferienwohnung für zwei Wochen im April für eine Renovierung. Die in dieser Zeit weiterlaufenden Fixkosten von 600 Euro sind ebenfalls als Leerstandskosten zu betrachten, die in die Investitionsrechnung einfließen.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Leerstandskosten
Sind Leerstandskosten dasselbe wie Fixkosten?+
Wie kann ich Leerstandskosten steuerlich geltend machen?+
Welchen Einfluss haben Leerstandskosten auf meine Preisstrategie?+
Verwandte Begriffe
Fixkosten und variable Kosten
Fixkosten sind auslastungsunabhängige Ausgaben, variable Kosten ändern sich mit der Belegung. Ihre Unterscheidung ist zentral für die Preisstrategie.
Break-Even-Auslastung
Die Break-Even-Auslastung ist die minimale Belegungsrate, die eine Ferienunterkunft erreichen muss, um alle anfallenden fixen und variablen Kosten zu decken.
Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen den Umsatzerlösen und den variablen Kosten. Er zeigt, wie viel eine Buchung zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Betriebsausgaben bei Ferienvermietung
Betriebsausgaben sind alle laufenden Kosten, die durch die Vermietung einer Ferienunterkunft entstehen und steuerlich geltend gemacht werden können.
