Was ist die Gästemeldung oder Meldepflicht?
Die Gästemeldung, auch Meldepflicht genannt, ist die gesetzliche Verpflichtung für Betreiber von Beherbergungsstätten, die persönlichen Daten ihrer Gäste bei der Ankunft zu erfassen und an die zuständigen Behörden weiterzuleiten. Diese Regelung dient der öffentlichen Sicherheit, der Kriminalprävention, der Erhebung von Tourismusstatistiken sowie der korrekten Abrechnung lokaler Abgaben wie der Kurtaxe.
Die rechtlichen Grundlagen sind in Deutschland das Bundesmeldegesetz (BMG), in Österreich das Meldegesetz (MeldeG) und in der Schweiz die jeweiligen kantonalen Gesetze über das Gastgewerbe und die polizeiliche Meldung.
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von Lodgify
So funktioniert es
Bei der Ankunft füllt der Gast einen Meldeschein für die Ferienwohnung, auch Gästeblatt genannt, aus. Dies kann in Papierform oder zunehmend digital über ein Tablet oder ein Online-Formular erfolgen. Der Gastgeber ist dafür verantwortlich, die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben zu überprüfen und die Daten fristgerecht an die zuständige Stelle, zum Beispiel die Gemeinde oder die Polizei, zu übermitteln.
In Deutschland besteht die Meldescheinpflicht seit dem 1. Januar 2025 nur noch für ausländische Gäste: Für Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde die besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten nach § 29 BMG abgeschafft (Stand: 2026). Ausländische Gäste müssen weiterhin einen Meldeschein ausfüllen und eigenhändig unterschreiben, wobei zusätzlich Art und Nummer des Reisedokuments zu erfassen sind. In Österreich und der Schweiz gilt die Meldepflicht unverändert für alle Gäste.
Zu den typischerweise erfassten Daten gehören Name, Geburtsdatum, Anschrift, Staatsangehörigkeit sowie An- und Abreisedatum. Die Übermittlung erfolgt je nach Region manuell, per Upload oder über eine Schnittstelle.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber von Ferienvermietungen ist die Einhaltung der Meldepflicht von entscheidender Bedeutung. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Zudem ist die korrekte Gästemeldung oft die Grundlage für die Berechnung und Abführung der Ortstaxe oder Kurtaxe. Eine lückenlose Dokumentation schützt Betreiber vor rechtlichen Konsequenzen und sichert die finanzielle Grundlage des lokalen Tourismus.
Beispiele
- In Deutschland füllt eine Familie bei der Ankunft in einer Ferienwohnung auf Sylt einen digitalen Meldeschein aus. Der Gastgeber übermittelt die Daten elektronisch an die Meldebehörde, woraufhin die Kurkarten für die Gäste ausgestellt werden.
- In Österreich sammelt ein Gastgeber in Wien die Daten seiner Gäste über ein Gästeblatt, wie es das Wiener Tourismusförderungsgesetz vorschreibt. Anschließend trägt er die Informationen in das elektronische Gästeverzeichnis der Stadt ein.
- In der Schweiz nutzt ein Chalet-Betreiber in Zermatt ein kantonales Online-Portal, um die Passdaten und die Aufenthaltsdauer seiner internationalen Gäste zu registrieren. Das System berechnet daraufhin automatisch die fällige Kurtaxe.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Gästemeldung / Meldepflicht
Müssen auch Freunde oder Verwandte gemeldet werden, die unentgeltlich übernachten?+
Welche Daten müssen auf dem Meldeschein erfasst werden?+
Wie lange müssen die Meldescheine aufbewahrt werden?+
Verwandte Begriffe
Zweckentfremdungsverbot
Ein Zweckentfremdungsverbot ist eine gesetzliche Regelung, die die Umwandlung von Wohnraum in gewerblich genutzte Flächen wie Ferienwohnungen einschränkt.
Meldeschein
Der Meldeschein ist ein amtliches Formular, mit dem Gastgeber die Daten ihrer Gäste bei Ankunft erfassen und an die zuständigen Behörden weiterleiten.
DAC7-Meldepflicht für Plattformen
Die DAC7-Meldepflicht verpflichtet digitale Plattformen in der EU, Einkünfte ihrer Anbieter (Gastgeber) an die nationalen Steuerbehörden zu melden.
Single Sign-on (SSO)
Single Sign-on (SSO) ist ein Authentifizierungsverfahren, das Nutzern den Zugriff auf mehrere Anwendungen mit nur einer einzigen Anmeldung ermöglicht.
