Politik und Rechtliches

Was sind Stornierungsbedingungen?

Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026

Stornierungsbedingungen sind die vertraglich vereinbarten Klauseln, die definieren, unter welchen Umständen und zu welchen Kosten eine Buchung für eine Ferienunterkunft von einem Gast oder Gastgeber storniert werden kann. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Beherbergungsvertrags und schaffen rechtliche und finanzielle Klarheit für beide Parteien.

Diese Bedingungen regeln typischerweise die Fristen für eine kostenfreie oder kostengünstige Stornierung, die Höhe gestaffelter Stornierungsgebühren (oft als Prozentsatz des Gesamtpreises) und die Modalitäten der Rückerstattung. Sie schützen Gastgeber vor Einnahmeausfällen und geben Gästen Auskunft über ihre Rechte und Pflichten im Falle einer Reiseplanänderung.

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So funktioniert es

Stornierungsbedingungen werden vom Gastgeber festgelegt und müssen dem Gast vor Abschluss der Buchung transparent mitgeteilt werden, üblicherweise als Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder direkt im Buchungsprozess. Mit der Buchung akzeptiert der Gast diese Bedingungen und sie werden zum rechtsverbindlichen Teil des Vertrags.

In der Praxis sind gestaffelte Modelle weit verbreitet. Je kurzfristiger die Stornierung vor dem Anreisedatum erfolgt, desto höher ist die Stornierungsgebühr. Online-Buchungsportale (OTAs) bieten Gastgebern oft standardisierte Vorlagen an, zum Beispiel „flexibel“, „moderat“ oder „streng“, die den Gästen eine einfache Vergleichbarkeit ermöglichen.

Warum das wichtig ist

Klare Stornierungsbedingungen sind für Gastgeber essenziell zur Absicherung ihrer Einnahmen und zur Reduzierung des Risikos von kurzfristigen Leerständen. Sie ermöglichen eine verlässliche Planung und minimieren potenzielle Konflikte mit Gästen. Für Gäste bieten transparente Regeln Sicherheit und die Möglichkeit, das finanzielle Risiko bei der Buchung abzuschätzen. Gut formulierte Bedingungen tragen maßgeblich zur Professionalität des Angebots und zur Vertrauensbildung bei.

Beispiele

  • Flexible Stornierungsbedingungen: Der Gast erhält eine volle Rückerstattung, wenn er bis 24 Stunden vor dem Check-in storniert. Storniert er danach, wird die erste Nacht nicht erstattet.
  • Moderate Stornierungsbedingungen: Volle Rückerstattung bei Stornierung bis 5 Tage vor Anreise. Danach erhält der Gast keine Rückerstattung mehr.
  • Strenge Stornierungsbedingungen: Für eine volle Rückerstattung muss der Gast innerhalb von 48 Stunden nach der Buchung und mindestens 14 Tage vor Anreise stornieren. Danach ist keine Rückerstattung mehr möglich.
  • Nicht erstattbare Rate (Non-Refundable): Der Gast erhält einen vergünstigten Preis, verzichtet dafür aber im Gegenzug auf jegliches Recht auf Rückerstattung im Falle einer Stornierung.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Stornierungsbedingungen

Darf ich als Gastgeber Stornierungsgebühren in beliebiger Höhe festlegen?+
Nein, die Höhe der Gebühren unterliegt rechtlichen Grenzen. In Deutschland müssen Stornierungspauschalen in AGB einer Angemessenheitsprüfung standhalten (§ 309 Nr. 5 BGB). Sie sollen den zu erwartenden Schaden, also den Einnahmeausfall abzüglich ersparter Aufwendungen, widerspiegeln. Ähnliche Grundsätze der Angemessenheit gelten in Österreich (KSchG) und der Schweiz (OR), wo überhöhte Konventionalstrafen von einem Gericht herabgesetzt werden können.
Was passiert, wenn ich keine Stornierungsbedingungen vereinbart habe?+
Ohne explizite Vereinbarung gelten die gesetzlichen Regelungen. Der Gast ist dann grundsätzlich zur Zahlung des vollen Preises verpflichtet. Sie als Gastgeber müssen sich jedoch ersparte Aufwendungen anrechnen lassen. In Deutschland erkennen Gerichte oft Pauschalen an (z.B. 10 % bei Ferienwohnungen). In Österreich und der Schweiz gilt ein ähnlicher Grundsatz, wonach der Gastgeber den tatsächlichen Ausfallschaden geltend machen kann, also den Mietpreis abzüglich ersparter Kosten und Einnahmen aus einer Ersatzvermietung.
Sind meine Stornierungsbedingungen auch bei Buchungen über OTAs gültig?+
Wenn Sie Ihre Unterkunft auf einem Online-Travel-Agency-Portal (OTA) anbieten, wählen Sie in der Regel aus den vom Portal vorgegebenen Stornierungsmodellen aus. Diese werden dem Gast bei der Buchung angezeigt und sind somit Vertragsbestandteil. Ihre eigenen, individuellen AGB treten in diesem Fall meist in den Hintergrund, da die Bedingungen der Plattform maßgeblich für die über das Portal geschlossene Buchung sind.
Muss ich eine Stornierung wegen 'höherer Gewalt' kostenlos akzeptieren?+
Das Konzept der höheren Gewalt (z.B. Naturkatastrophen, Pandemien, Kriege) kann zur Auflösung des Vertrags führen. Ist die Anreise oder die Beherbergung objektiv unmöglich (z.B. durch behördliche Sperrung), entfällt die Zahlungspflicht des Gastes. Dies ist in Deutschland (§ 313 BGB), Österreich (§ 1447 ABGB) und der Schweiz (Art. 119 OR) ähnlich geregelt. Persönliche Hinderungsgründe des Gastes, wie eine eigene Erkrankung, fallen in der Regel nicht darunter.
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