Politik und Rechtliches

Was sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Gastgeber?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen, die ein Gastgeber seinen Gästen bei Abschluss eines Beherbergungsvertrags stellt. Sie dienen dazu, die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Zahlungsmodalitäten, Stornierungsfristen, Haftungsfragen und die Hausordnung einheitlich zu regeln und nicht für jede Buchung neu verhandeln zu müssen.

AGB werden nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Gast vor Vertragsabschluss ausdrücklich auf sie hingewiesen wird und die Möglichkeit hat, von ihrem Inhalt in zumutbarer Weise Kenntnis zu nehmen. In Deutschland regeln dies die §§ 305 ff. BGB, in Österreich das ABGB und KSchG, in der Schweiz das OR.

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So funktioniert es

Damit AGB rechtlich wirksam werden, müssen Gastgeber sie korrekt in den Buchungsprozess einbinden. Der Gast muss vor dem Abschluss der Buchung die Möglichkeit haben, die AGB zur Kenntnis zu nehmen. Dies geschieht üblicherweise durch einen deutlich sichtbaren Link und eine Checkbox mit dem Text "Ich habe die AGB gelesen und akzeptiere sie".

Eine bloße Erwähnung auf der Website oder in einer E-Mail-Signatur genügt nicht. Die Bedingungen dürfen keine überraschenden oder für den Gast nachteiligen Klauseln enthalten, die nach den Umständen ungewöhnlich sind. Solche Klauseln wären, je nach nationalem Recht (z.B. § 305c BGB in Deutschland), unwirksam.

Warum das wichtig ist

AGB schaffen Rechtssicherheit und Transparenz für Gastgeber und Gäste. Sie professionalisieren den Vermietungsprozess, minimieren Missverständnisse und beugen potenziellen Konflikten vor, indem sie klare Regeln für Stornierungen, Zahlungen und Haftung festlegen. Um den Prozess zu vereinfachen, können Gastgeber auf eine Vorlage für Allgemeine Geschäftsbedingungen zurückgreifen, die sie an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen und rechtlich prüfen lassen.

Beispiele

  • Zahlungsbedingungen: "Eine Anzahlung von 30 % des Gesamtpreises ist sofort nach Buchung fällig. Die Restzahlung ist 14 Tage vor Anreise zu leisten."
  • Stornierungsbedingungen: "Bei einer Stornierung bis 30 Tage vor Anreise werden 50 % des Mietpreises erstattet. Danach ist keine Erstattung mehr möglich."
  • Haftungsklausel: "Der Gast haftet für alle von ihm, seinen Mitreisenden oder Besuchern verursachten Schäden am Mietobjekt und dessen Inventar."
  • Check-in/Check-out: "Die Anreise ist ab 15:00 Uhr möglich. Die Abreise muss bis spätestens 10:00 Uhr erfolgen."
  • Hausordnung: "Das Rauchen ist im gesamten Gebäude untersagt. Haustiere sind nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung gestattet."

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Gastgeber

Was ist der Unterschied zwischen AGB und einer Hausordnung?+
Die Hausordnung regelt konkrete Verhaltensweisen während des Aufenthalts, wie Ruhezeiten oder Mülltrennung. Die AGB sind hingegen die rechtliche Grundlage des Vertrags, die auch Zahlungs- und Stornierungsbedingungen umfassen. Die Hausordnung wird oft als Bestandteil der AGB rechtlich verbindlich gemacht. Somit sind die AGB der übergeordnete rechtliche Rahmen, während die Hausordnung die praktischen Regeln vor Ort festlegt und durch die AGB durchgesetzt wird.
Müssen meine AGB von einem Anwalt geprüft werden?+
Eine anwaltliche Prüfung ist dringend zu empfehlen, um Rechtskonformität sicherzustellen. Insbesondere im Verkehr mit Verbrauchern gibt es strenge gesetzliche Vorgaben, etwa im deutschen BGB, dem österreichischen Konsumentenschutzgesetz (KSchG) oder dem schweizerischen Obligationenrecht (OR). Unwirksame Klauseln können zu rechtlichen Nachteilen führen. Vorlagen aus dem Internet bieten eine gute Basis, ersetzen aber keine individuelle juristische Beratung, die auf Ihr spezifisches Angebot zugeschnitten ist.
Gelten meine AGB auch bei Buchungen über Portale wie Airbnb oder Booking.com?+
Bei Buchungen über Online Travel Agencies (OTAs) gelten primär die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Plattform, denen der Gast bei der Buchung zustimmt. Gastgeber können oft eigene, zusätzliche Regeln hinterlegen. Diese dürfen jedoch nicht im Widerspruch zu den AGB des Portals stehen. Im Konfliktfall haben die Bedingungen der Plattform in der Regel Vorrang. Prüfen Sie daher genau, welche Regelungen das Portal vorgibt und wo Sie eigene Bedingungen ergänzen können.
Was passiert, wenn eine Klausel in meinen AGB unwirksam ist?+
Ist eine einzelne Klausel Ihrer AGB unwirksam, bleibt der Rest des Vertrages in der Regel gültig. Anstelle der unwirksamen Regelung treten die gesetzlichen Bestimmungen. In Deutschland ergibt sich das aus § 306 BGB, in Österreich und der Schweiz aus ähnlichen Rechtsgrundsätzen. Sie können sich also nicht auf eine ungültige Klausel berufen. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, rechtssichere und faire Bedingungen zu verwenden, um unerwartete Lücken im Vertrag zu vermeiden.
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