Was sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Gastgeber?
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen, die ein Gastgeber seinen Gästen bei Abschluss eines Beherbergungsvertrags stellt. Sie dienen dazu, die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Zahlungsmodalitäten, Stornierungsfristen, Haftungsfragen und die Hausordnung einheitlich zu regeln und nicht für jede Buchung neu verhandeln zu müssen.
AGB werden nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Gast vor Vertragsabschluss ausdrücklich auf sie hingewiesen wird und die Möglichkeit hat, von ihrem Inhalt in zumutbarer Weise Kenntnis zu nehmen. In Deutschland regeln dies die §§ 305 ff. BGB, in Österreich das ABGB und KSchG, in der Schweiz das OR.
Abonnieren Sie den Newsletter
von Lodgify
So funktioniert es
Damit AGB rechtlich wirksam werden, müssen Gastgeber sie korrekt in den Buchungsprozess einbinden. Der Gast muss vor dem Abschluss der Buchung die Möglichkeit haben, die AGB zur Kenntnis zu nehmen. Dies geschieht üblicherweise durch einen deutlich sichtbaren Link und eine Checkbox mit dem Text "Ich habe die AGB gelesen und akzeptiere sie".
Eine bloße Erwähnung auf der Website oder in einer E-Mail-Signatur genügt nicht. Die Bedingungen dürfen keine überraschenden oder für den Gast nachteiligen Klauseln enthalten, die nach den Umständen ungewöhnlich sind. Solche Klauseln wären, je nach nationalem Recht (z.B. § 305c BGB in Deutschland), unwirksam.
Warum das wichtig ist
AGB schaffen Rechtssicherheit und Transparenz für Gastgeber und Gäste. Sie professionalisieren den Vermietungsprozess, minimieren Missverständnisse und beugen potenziellen Konflikten vor, indem sie klare Regeln für Stornierungen, Zahlungen und Haftung festlegen. Um den Prozess zu vereinfachen, können Gastgeber auf eine Vorlage für Allgemeine Geschäftsbedingungen zurückgreifen, die sie an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen und rechtlich prüfen lassen.
Beispiele
- Zahlungsbedingungen: "Eine Anzahlung von 30 % des Gesamtpreises ist sofort nach Buchung fällig. Die Restzahlung ist 14 Tage vor Anreise zu leisten."
- Stornierungsbedingungen: "Bei einer Stornierung bis 30 Tage vor Anreise werden 50 % des Mietpreises erstattet. Danach ist keine Erstattung mehr möglich."
- Haftungsklausel: "Der Gast haftet für alle von ihm, seinen Mitreisenden oder Besuchern verursachten Schäden am Mietobjekt und dessen Inventar."
- Check-in/Check-out: "Die Anreise ist ab 15:00 Uhr möglich. Die Abreise muss bis spätestens 10:00 Uhr erfolgen."
- Hausordnung: "Das Rauchen ist im gesamten Gebäude untersagt. Haustiere sind nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung gestattet."
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Gastgeber
Was ist der Unterschied zwischen AGB und einer Hausordnung?+
Müssen meine AGB von einem Anwalt geprüft werden?+
Gelten meine AGB auch bei Buchungen über Portale wie Airbnb oder Booking.com?+
Was passiert, wenn eine Klausel in meinen AGB unwirksam ist?+
Verwandte Begriffe
Beherbergungsvertrag
Der Beherbergungsvertrag ist ein Vertrag über die zeitweise Überlassung von Wohnraum gegen Entgelt, der auch zusätzliche Dienstleistungen umfassen kann.
Stornierungsbedingungen
Stornierungsbedingungen sind vertragliche Regeln, die die finanziellen und prozeduralen Konsequenzen einer Stornierung durch Gast oder Gastgeber festlegen.
Hausordnung
Eine Hausordnung legt verbindliche Regeln für das Verhalten von Gästen in einer Ferienunterkunft fest, um einen reibungslosen Aufenthalt zu gewährleisten.
Kaution
Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung, die Gäste vor Anreise hinterlegen, um potenzielle Schäden an der Ferienunterkunft oder deren Inventar abzudecken.
