Finanzen

Was ist die Rendite einer Ferienimmobilie?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Die Rendite einer Ferienimmobilie ist eine zentrale finanzielle Kennzahl, die die Rentabilität der Investition in Prozent angibt. Sie setzt die erzielten Mieteinnahmen ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Man unterscheidet zwischen der Bruttorendite, die nur die Jahreseinnahmen zum Kaufpreis in Beziehung setzt, und der aussagekräftigeren Nettorendite.

Die Nettorendite berücksichtigt zusätzlich zum Kaufpreis auch die Kaufnebenkosten sowie alle laufenden, nicht auf den Gast umlegbaren Betriebskosten. Sie bietet daher ein realistischeres Bild der tatsächlichen Wirtschaftlichkeit des Objekts und ist entscheidend für Investitionsentscheidungen.

Abonnieren Sie den Newsletter
von Lodgify

Einmal im Monat: kostenlose Vorlagen, Praxistipps und Branchen-News.

So funktioniert es

Die Berechnung erfolgt in zwei Stufen. Zuerst wird oft die Bruttorendite als schneller Indikator ermittelt: Jahresmieteinnahmen geteilt durch den reinen Kaufpreis. Diese einfache Formel ignoriert jedoch wesentliche Kosten und ist daher nur für eine erste Einschätzung geeignet.

Für eine realistische Bewertung ist die Nettorendite entscheidend. Ihre Formel lautet: (Jahresmieteinnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten) geteilt durch (Kaufpreis zuzüglich Kaufnebenkosten). Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert zu erhalten.

Zu den Kaufnebenkosten zählen Posten wie die Grunderwerbsteuer (in Deutschland und Österreich) oder die kantonale Handänderungssteuer (Schweiz). Die Bewirtschaftungskosten umfassen alle nicht umlegbaren Ausgaben wie Instandhaltung, Verwaltung, Versicherungen, Grundsteuer (DE, AT) oder Liegenschaftssteuer (CH) sowie Rücklagen für Leerstand.

Warum das wichtig ist

Die Berechnung der Rendite ist für Eigentümer und Verwalter von Ferienimmobilien unerlässlich, um die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Objekts zu bewerten und mit anderen Investitionsmöglichkeiten zu vergleichen. Die Nettorendite dient als fundierte Grundlage für Geschäfts- und Finanzierungspläne. Sie hilft dabei, Preisstrategien zu optimieren und die langfristige Profitabilität sicherzustellen, indem sie ein klares Bild des tatsächlichen Gewinns nach Abzug aller Kosten liefert.

Beispiele

  • Ein Apartment in Österreich wird für 400.000 € gekauft. Die jährlichen Mieteinnahmen betragen 32.000 €. Die Bruttorendite beträgt (32.000 € / 400.000 €) * 100 = 8 %.
  • Für dasselbe Apartment fallen 36.000 € Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Makler) und 8.000 € jährliche Betriebskosten an. Die Nettorendite berechnet sich wie folgt: (32.000 € - 8.000 €) / (400.000 € + 36.000 €) * 100 ≈ 5,5 %.
  • Ein Investor vergleicht zwei Objekte. Objekt A hat 7 % Bruttorendite, aber hohe Instandhaltungskosten, was zu 3,5 % Nettorendite führt. Objekt B hat nur 6 % Bruttorendite, ist aber neuer und hat niedrigere Kosten, was eine Nettorendite von 4,5 % ergibt. Objekt B ist die rentablere Investition.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Rendite einer Ferienimmobilie (Brutto- und Nettorendite)

Welche Rendite ist für eine Ferienimmobilie realistisch?+
Dies hängt stark von Lage, Objekt und Verwaltung ab. Bruttorenditen von 5 % bis 10 % sind oft zu finden, aber die Nettorendite ist entscheidend. Eine Nettorendite vor Steuern von 3 % bis 5 % gilt als solider Wert. In sehr gefragten Tourismusregionen können höhere Renditen möglich sein, allerdings sind dort auch die Kaufpreise entsprechend höher, was die prozentuale Rendite wieder beeinflusst.
Wie beeinflussen Steuern die Nettorendite?+
Steuern reduzieren die Rendite nach Steuern erheblich. In Deutschland und Österreich unterliegen Mieteinnahmen der Einkommensteuer, in der Schweiz der Einkommens- und Vermögenssteuer. Abschreibungen (AfA) können die steuerliche Bemessungsgrundlage und somit die Steuerlast senken. Da die persönliche Steuersituation entscheidend ist, sollte für die Berechnung der finalen Rendite immer eine steuerliche Beratung in Anspruch genommen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Rendite und Cashflow?+
Die Rendite ist eine prozentuale Kennzahl, die die Rentabilität einer Investition misst, indem sie den Ertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital setzt. Der Cashflow ist hingegen ein absoluter Geldbetrag, der angibt, wie viel Geld nach Abzug aller Ausgaben, inklusive der Kredittilgung, tatsächlich übrig bleibt. Eine Immobilie kann eine positive Rendite, aber einen negativen Cashflow aufweisen, wenn die Kreditraten hoch sind.
Warum ist die Bruttorendite oft irreführend?+
Die Bruttorendite ignoriert alle laufenden Kosten und die Kaufnebenkosten. Sie basiert nur auf den Mieteinnahmen und dem reinen Kaufpreis. Instandhaltung, Verwaltung, Steuern und Versicherungen können die tatsächliche Rentabilität jedoch erheblich schmälern. Daher bietet nur die Nettorendite, die diese Faktoren berücksichtigt, ein realistisches Bild der Wirtschaftlichkeit und sollte für Investitionsentscheidungen herangezogen werden.
Weiterlesen

Verwandte Begriffe

Bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie den Newsletter von Lodgify.

Einmal im Monat kostenlose Vorlagen, Tipps für Gastgeber, Branchen-News und Webinar-Einladungen — direkt in Ihren Posteingang.

Eine E-Mail pro Monat. Jederzeit abbestellbar.

Lodgify

© 2026 Lodgify. Alle Rechte vorbehalten.