Was ist ein Chargeback (Rückbuchung)?
Ein Chargeback, auch Rückbuchung genannt, ist die Stornierung einer bereits abgewickelten Kreditkartentransaktion auf Veranlassung des zahlenden Gastes. Anders als bei einer direkten Rückerstattung durch den Gastgeber, initiiert der Gast den Prozess über seine kartenherausgebende Bank.
Gründe hierfür können Betrugsverdacht, nicht erhaltene Dienstleistungen, eine fehlerhafte Abbuchung oder eine wesentliche Abweichung der Unterkunft von der Beschreibung sein. Der Betrag wird dem Gastgeber vorläufig wieder entzogen.
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von Lodgify
So funktioniert es
Der Prozess beginnt, wenn ein Gast eine Belastung bei seiner Bank reklamiert. Die Bank des Gastes fordert das Geld über das jeweilige Kartennetzwerk (z. B. Visa, Mastercard) von der Bank des Gastgebers zurück. Dieser Vorgang wird als Chargeback bezeichnet und führt zur sofortigen vorläufigen Rückbelastung des Betrags auf dem Konto des Gastgebers.
Der Gastgeber wird von seinem Zahlungsanbieter informiert und hat eine Frist, um Beweismittel gegen die Rückbuchung einzureichen. Zu diesen Beweisen können Buchungsbestätigungen, Gästekommunikation, AGB oder ein unterschriebener Mietvertrag gehören. Anhand dieser Unterlagen entscheidet das Kartennetzwerk, ob der Chargeback berechtigt ist oder zugunsten des Gastgebers zurückgewiesen wird.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber in der Ferienvermietung stellen Chargebacks ein finanzielles und administratives Risiko dar. Sie führen nicht nur zum potenziellen Verlust der Einnahmen aus der Buchung, sondern sind oft auch mit einer zusätzlichen, vom Zahlungsanbieter erhobenen Bearbeitungsgebühr verbunden. Eine hohe Chargeback-Quote kann zudem die Geschäftsbeziehung zum Zahlungsanbieter belasten und im schlimmsten Fall zur Kündigung des Händlerkontos führen. Eine sorgfältige Dokumentation ist daher essenziell.
Beispiele
- Ein Gast stellt fest, dass seine Kreditkarte für eine Ferienwohnung gebucht wurde, die er nie autorisiert hat, und meldet dies als Betrug.
- Ein Gast kommt in der Unterkunft an und stellt fest, dass wesentliche Merkmale wie der beworbene Pool nicht vorhanden oder nutzbar sind. Er reklamiert die Zahlung als 'Leistung nicht wie beschrieben'.
- Einem Gast wird der Aufenthalt fälschlicherweise doppelt berechnet. Er leitet für eine der beiden Abbuchungen ein Chargeback-Verfahren ein.
- Ein Gast storniert seine Buchung fristgerecht gemäß den Stornierungsbedingungen, erhält aber keine Rückerstattung und fordert das Geld daher über seine Bank zurück.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Chargeback (Rückbuchung)
Wie kann ich mich als Gastgeber vor Chargebacks schützen?+
Was ist der Unterschied zwischen einem Chargeback und einer Stornierung?+
Welche Kosten entstehen bei einem Chargeback?+
Gibt es rechtliche Unterschiede bei Chargebacks in Deutschland, Österreich und der Schweiz?+
Verwandte Begriffe
Stornierungsbedingungen
Stornierungsbedingungen sind vertragliche Regeln, die die finanziellen und prozeduralen Konsequenzen einer Stornierung durch Gast oder Gastgeber festlegen.
Zahlungsanbieter (Payment Gateway)
Ein Zahlungsanbieter ist ein technischer Dienstleister, der Online-Zahlungen zwischen Gast, Gastgeber und deren Banken sicher und automatisiert abwickelt.
PCI-DSS-Konformität
PCI-DSS-Konformität ist ein Sicherheitsstandard zum Schutz von Kreditkartendaten, der für alle Unternehmen gilt, die Kartenzahlungen verarbeiten.
Kaution
Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung, die Gäste vor Anreise hinterlegen, um potenzielle Schäden an der Ferienunterkunft oder deren Inventar abzudecken.
