Berichterstattung

Was ist eine Cashflow-Rechnung?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Die Cashflow-Rechnung, auch Kapitalflussrechnung genannt, ist eine finanzielle Übersicht, die alle zahlungswirksamen Vorgänge eines Unternehmens innerhalb einer bestimmten Periode erfasst. Sie zeigt die Herkunft und Verwendung von liquiden Mitteln (Bargeld, Bankguthaben) und gibt Aufschluss über die Fähigkeit des Unternehmens, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen und Investitionen zu tätigen.

Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung, die Erträge und Aufwendungen erfasst, konzentriert sich die Cashflow-Rechnung ausschließlich auf tatsächliche Ein- und Auszahlungen. Nicht zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen werden hier nicht berücksichtigt.

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So funktioniert es

Die Cashflow-Rechnung gliedert die Zahlungsströme in drei Bereiche, um deren Ursprung transparent zu machen:

1. **Operativer Cashflow:** Umfasst alle Ein- und Auszahlungen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, zum Beispiel Mieteinnahmen von Gästen abzüglich Ausgaben für Reinigung, Provisionen und Betriebskosten.

2. **Investitions-Cashflow:** Beinhaltet Zahlungen für den Erwerb oder Verkauf von langfristigem Vermögen, wie den Kauf einer neuen Immobilie, Renovierungen oder den Verkauf von Mobiliar.

3. **Finanzierungs-Cashflow:** Zeigt Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Eigen- und Fremdkapital, etwa die Aufnahme oder Tilgung von Krediten sowie Einlagen oder Entnahmen der Eigentümer.

Warum das wichtig ist

Für Gastgeber und Verwalter von Ferienunterkünften ist die Cashflow-Rechnung ein entscheidendes Instrument zur Beurteilung der Liquidität. Sie zeigt, ob genügend flüssige Mittel vorhanden sind, um laufende Rechnungen, Kreditraten und unerwartete Reparaturen zu bezahlen, unabhängig vom buchhalterischen Gewinn. Eine positive Cashflow-Entwicklung ist die Grundlage für finanzielle Stabilität, nachhaltiges Wachstum und die Fähigkeit, in die Qualität der Unterkunft zu investieren.

Beispiele

  • Operativer Cashflow: Ein Vermieter erzielt in einem Monat 5.000 € an Buchungseinnahmen. Davon gehen 800 € für Reinigung, 750 € für OTA-Provisionen und 250 € für Nebenkosten ab. Der operative Cashflow beträgt 3.200 €.
  • Investitions-Cashflow: Der Vermieter kauft eine neue Küche für 8.000 €. Dies resultiert in einem negativen Investitions-Cashflow von -8.000 € für diesen Zeitraum.
  • Finanzierungs-Cashflow: Zur Finanzierung der Küche wird ein Darlehen von 8.000 € aufgenommen. Gleichzeitig wird eine Kreditrate von 500 € getilgt. Der Finanzierungs-Cashflow beträgt somit +7.500 €.
  • Gesamt-Cashflow: Der Netto-Cashflow des Monats berechnet sich aus 3.200 € (operativ) - 8.000 € (Investition) + 7.500 € (Finanzierung) = 2.700 €. Die liquiden Mittel sind um 2.700 € gestiegen.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Cashflow-Rechnung

Was ist der Unterschied zwischen der Cashflow-Rechnung und der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)?+
Die Cashflow-Rechnung erfasst alle Geldflüsse, inklusive Kredittilgungen oder Investitionen, um die Liquidität zu bewerten. Die EÜR ist hingegen eine vereinfachte Gewinnermittlungsmethode für steuerliche Zwecke, die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenüberstellt. Nicht zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen mindern in der EÜR den Gewinn, fließen aber nicht in die Cashflow-Rechnung ein. Die EÜR fokussiert auf den steuerlichen Erfolg, die Cashflow-Rechnung auf die Zahlungsfähigkeit.
Müssen private Vermieter von Ferienwohnungen eine Cashflow-Rechnung erstellen?+
Eine gesetzliche Pflicht zur Erstellung einer formellen Cashflow-Rechnung besteht in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur für größere Kapitalgesellschaften. Für private Vermieter oder Kleinunternehmer ist sie freiwillig. Dennoch ist eine vereinfachte Analyse der Zahlungsströme ein sehr nützliches Instrument zur Steuerung der eigenen Finanzen, zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und zur Planung zukünftiger Ausgaben wie Renovierungen oder Anschaffungen. Sie hilft, finanzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Wie unterscheidet sich der Cashflow vom Deckungsbeitrag?+
Der Cashflow misst die Veränderung der liquiden Mittel über einen Zeitraum und berücksichtigt alle Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens. Der Deckungsbeitrag ist hingegen eine Kennzahl aus der Kostenrechnung. Er gibt an, wie viel eine einzelne Buchung nach Abzug ihrer variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Der Deckungsbeitrag hilft bei Preisentscheidungen für einzelne Nächte, der Cashflow bei der Liquiditätssteuerung des gesamten Betriebs.
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