Hausverwaltung

Was ist ein Übergabeprotokoll?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Ein Übergabeprotokoll ist ein Dokument, das den Zustand einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses sowie dessen Inventars zum Zeitpunkt des Check-ins und des Check-outs festhält. Es listet systematisch alle Räume und Ausstattungsgegenstände auf und vermerkt deren Zustand, Zählerstände sowie eventuell bereits vorhandene Mängel oder Schäden.

Das von Gastgeber und Gast gemeinsam geprüfte und unterzeichnete Protokoll dient als Beweismittel. Es schützt beide Parteien vor ungerechtfertigten Forderungen und bildet eine transparente Grundlage für die Abrechnung oder die vollständige Rückzahlung der Kaution.

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So funktioniert es

In der Praxis wird das Übergabeprotokoll in zwei Schritten eingesetzt. Beim Check-in begehen der Gastgeber oder Verwalter und der Gast gemeinsam die Unterkunft. Sie prüfen den Zustand der Räume, Möbel und Geräte und halten eventuelle Vorschäden schriftlich fest. Beide Parteien bestätigen die Richtigkeit der Angaben mit ihrer Unterschrift.

Beim Check-out wird dieser Vorgang wiederholt. Der Zustand der Unterkunft wird mit dem im Protokoll festgehaltenen Ausgangszustand verglichen. Neu entstandene Schäden werden dokumentiert und können so eindeutig dem Gast zugeordnet werden. Dieses Vorgehen ist die Basis für eine eventuelle Einbehaltung eines Teils oder der gesamten Kaution.

Moderne Protokolle sind oft digital und werden durch datierte Fotos oder Videos ergänzt, die per E-Mail oder über eine Gäste-App geteilt und bestätigt werden können.

Warum das wichtig ist

Für Gastgeber und Hausverwaltungen ist das Übergabeprotokoll ein zentrales Instrument zur Risikominimierung und Konfliktprävention. Es schafft Rechtssicherheit und dient im Streitfall als entscheidendes Beweisdokument, insbesondere bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen oder der Einbehaltung der Kaution. Gleichzeitig schützt es auch den Gast vor unberechtigten Forderungen für bereits vorhandene Mängel. Die Verwendung eines Protokolls professionalisiert den Vermietungsprozess und fördert ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Gastgeber und Gast.

Beispiele

  • Bei Anreise bemerkt ein Gast einen Sprung in einer Fensterscheibe. Der Mangel wird im Übergabeprotokoll vermerkt und vom Gastgeber unterschrieben. Beim Auszug kann der Gast so nicht für diesen Schaden verantwortlich gemacht werden.
  • Ein Verwalter stellt beim Check-out fest, dass ein Rotweinfleck auf dem Sofa ist, der beim Check-in nicht vorhanden war. Der Schaden wird im Protokoll festgehalten und fotografiert, was die Verrechnung der Reinigungskosten mit der Kaution rechtfertigt.
  • Für einen kontaktlosen Self-Check-in sendet der Gastgeber dem Gast vorab ein detailliertes digitales Protokoll mit aktuellen Fotos. Der Gast wird gebeten, die Wohnung bei Ankunft zu prüfen und Abweichungen innerhalb von drei Stunden zu melden.
  • Eine Agentur, die Luxus-Chalets verwaltet, nutzt eine standardisierte Checkliste, die auch den Zustand hochwertiger Geräte wie Sauna, Whirlpool und Kaffeemaschine erfasst, um deren Funktion bei jeder Übergabe zu gewährleisten.

Häufige Fragen zu Übergabeprotokoll

Ist ein Übergabeprotokoll in der Ferienvermietung gesetzlich vorgeschrieben?+
Nein, in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung eines Übergabeprotokolls für kurzzeitige Beherbergungsverträge. Es ist jedoch eine branchenübliche und dringend empfohlene Praxis, um bei Streitigkeiten über Schäden oder die Kaution eine klare Beweislage zu schaffen und rechtlich abgesichert zu sein.
Was sollte ein gutes Übergabeprotokoll beinhalten?+
Ein vollständiges Protokoll enthält die Namen von Gastgeber und Gast, die Objektadresse, Check-in- und Check-out-Datum, eine raumweise Zustandsbeschreibung des Inventars, Zählerstände (falls relevant), die Anzahl der übergebenen Schlüssel und eine Spalte für Vorschäden. Entscheidend sind die datierten Unterschriften beider Parteien bei Ein- und Auszug.
Was passiert, wenn der Gast sich weigert, das Protokoll zu unterschreiben?+
Weigert sich ein Gast, das Protokoll zu unterzeichnen, sollten Sie dies auf dem Dokument vermerken. Führen Sie die Inspektion dennoch durch und dokumentieren Sie den Zustand der Unterkunft so detailliert wie möglich mit datierten Fotos oder einem Video. Idealerweise ziehen Sie einen neutralen Zeugen hinzu. Diese einseitige Dokumentation hat zwar Beweiskraft, ist aber schwächer als ein von beiden Seiten unterzeichnetes Protokoll.
Kann ich ein Übergabeprotokoll auch bei einem Self-Check-in nutzen?+
Ja, der Prozess muss jedoch angepasst werden. Dokumentieren Sie den Zustand der Unterkunft unmittelbar vor Anreise des Gastes mit Fotos oder Videos und senden Sie ihm dieses Protokoll digital zu. Bitten Sie den Gast, die Unterkunft nach seiner Ankunft zu inspizieren und eventuelle Abweichungen innerhalb einer kurzen, festgelegten Frist (z. B. 2-4 Stunden) zu melden.
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