Finanzen

Was ist eine Preisstrategie?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Eine Preisstrategie ist der grundlegende und langfristige Ansatz, den Gastgeber und Hausverwaltungen zur Preisgestaltung ihrer Ferienunterkünfte verfolgen. Sie definiert die allgemeine Marktpositionierung (z. B. Budget, Standard, Premium) und die übergeordneten unternehmerischen Ziele, die mit den Preisen erreicht werden sollen.

Im Gegensatz zu taktischen Anpassungen wie Saisonpreisen oder dem täglichen Dynamic Pricing legt die Strategie den Rahmen für alle Preisentscheidungen fest. Sie berücksichtigt Faktoren wie Betriebskosten, Zielgruppen, Markenimage und das Preisniveau der Wettbewerber.

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So funktioniert es

Die Entwicklung einer Preisstrategie umfasst typischerweise mehrere Schritte. Zuerst erfolgt eine gründliche Analyse der eigenen Kostenstruktur (fixe und variable Kosten), des Wettbewerbsumfelds und der anvisierten Zielgruppe. Darauf aufbauend werden klare, messbare Ziele definiert, zum Beispiel die Maximierung des RevPAR, das Erreichen einer bestimmten Belegungsrate oder die Positionierung als Qualitätsführer im lokalen Markt.

Anschließend wird eine passende Kernstrategie gewählt. Gängige Ansätze sind die kostenorientierte Preisgestaltung (Kosten plus Aufschlag), die wettbewerbsorientierte Preisgestaltung (Orientierung an Konkurrenzpreisen) oder die wertorientierte Preisgestaltung (Preis basiert auf dem vom Gast wahrgenommenen Wert). Diese übergeordnete Strategie dient dann als Leitfaden für die konkrete Umsetzung der Preise.

Warum das wichtig ist

Eine durchdachte Preisstrategie ist das Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg einer Ferienvermietung. Sie verhindert willkürliche Preisentscheidungen und stellt sicher, dass die Preisgestaltung konsistent die Geschäftsziele unterstützt. Dies führt zu nachhaltiger Rentabilität und einer klaren Positionierung am Markt. Zudem bildet sie die notwendige Grundlage für ein effektives Revenue Management und den gezielten Einsatz von Dynamic-Pricing-Tools.

Beispiele

  • Premium-Strategie: Ein Betreiber eines Luxus-Chalets in Kitzbühel, Österreich, setzt seine Preise bewusst 25 % über dem Durchschnitt vergleichbarer Objekte, um Exklusivität zu signalisieren und eine zahlungskräftige Klientel anzusprechen.
  • Penetrationsstrategie: Ein neuer Gastgeber in Hamburg bietet seine frisch renovierte Ferienwohnung in den ersten sechs Monaten 15 % unter dem üblichen Marktpreis an, um schnell erste Buchungen und positive Gästebewertungen zu generieren.
  • Wettbewerbsorientierte Strategie: Eine Verwaltung von mehreren Apartments am Bodensee (deutsche Seite) analysiert täglich die Preise der direkten Konkurrenten und passt die eigenen Raten so an, dass sie immer im mittleren Preissegment bleiben.
  • Kostenorientierte Strategie: Ein Vermieter einer Ferienwohnung im Kanton Graubünden, Schweiz, kalkuliert seine gesamten Kosten pro Nacht auf 90 CHF und addiert eine feste Gewinnmarge von 50 %, was zu einem Basispreis von 135 CHF führt.

Häufige Fragen zu Preisstrategie

Was ist der Unterschied zwischen Preisstrategie und Dynamic Pricing?+
Die Preisstrategie ist der übergeordnete, langfristige Plan, der Ihre Ziele und Ihre Positionierung am Markt festlegt. Dynamic Pricing ist eine flexible Taktik innerhalb dieser Strategie, bei der Preise kurzfristig und automatisiert an die aktuelle Nachfrage, das Buchungsfenster und andere Faktoren angepasst werden. Die Strategie gibt die Regeln und Grenzen für das Dynamic Pricing vor.
Wie oft sollte ich meine Preisstrategie überprüfen?+
Während die täglichen Preise sich oft ändern, sollte die grundlegende Strategie mindestens einmal jährlich überprüft werden. Eine frühere Anpassung ist sinnvoll bei wesentlichen Marktveränderungen, neuen, starken Wettbewerbern, einer veränderten Kostenstruktur oder wenn Sie Ihre finanziellen Ziele über einen längeren Zeitraum verfehlen.
Welche Rolle spielen OTAs wie Airbnb oder Booking.com in meiner Preisstrategie?+
OTAs sind ein wichtiger Vertriebskanal und eine Quelle für Wettbewerbsdaten. Ihre Preisstrategie muss die anfallenden Provisionen berücksichtigen. Viele Gastgeber verfolgen eine differenzierte Kanalstrategie und bieten beispielsweise für Direktbuchungen auf der eigenen Website einen leichten Preisvorteil, um die Provisionszahlungen zu umgehen.
Sollte meine Preisstrategie für alle meine Ferienwohnungen gleich sein?+
Nicht zwangsläufig. Wenn Sie unterschiedliche Objekttypen oder Unterkünfte an verschiedenen Standorten verwalten, ist es oft ratsam, für jedes Objekt oder Segment eine eigene Strategie zu entwickeln. Eine Luxusvilla am See erfordert einen anderen Ansatz als ein kleines Stadtapartment, da sich Zielgruppen, Kosten und Wettbewerb stark unterscheiden.
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