Berichterstattung

Was ist der ADR (Average Daily Rate)?

Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026

Der ADR (Average Daily Rate) ist eine zentrale Kennzahl in der Hotellerie und Ferienvermietung, die den durchschnittlichen Umsatz pro vermieteter Wohneinheit für einen bestimmten Zeitraum angibt. Er wird berechnet, indem der gesamte Beherbergungsumsatz durch die Anzahl der verkauften, also vermieteten, Nächte geteilt wird.

Wichtig ist, dass nur die tatsächlich vermieteten und bezahlten Nächte in die Berechnung einfließen. Kostenlose Übernachtungen, Eigenbelegungen oder unverkaufte Nächte werden nicht berücksichtigt. Die ADR misst ausschließlich die Preisleistung, nicht die Auslastung der Unterkunft.

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So funktioniert es

Zur Berechnung des ADR teilen Sie den gesamten Umsatz, der ausschließlich aus der Vermietung von Zimmern oder Ferienwohnungen in einem festgelegten Zeitraum (z. B. einem Tag, einer Woche, einem Monat) erzielt wurde, durch die Anzahl der in diesem Zeitraum tatsächlich verkauften Übernachtungen.

Die Formel lautet: ADR = Gesamter Beherbergungsumsatz / Anzahl der verkauften Nächte.

Zusatzeinnahmen wie Frühstück, Parkgebühren oder Reinigungsgebühren werden in der Regel nicht in den ADR einberechnet, um die reine Preisleistung der Unterkunft vergleichbar zu machen.

Warum das wichtig ist

Die ADR ist für Gastgeber und Hausverwaltungen ein entscheidender Indikator für die Preisstrategie und die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Unterkunft. Ein steigender ADR deutet auf eine erfolgreiche Preisgestaltung oder eine hohe Nachfrage hin. Durch den Vergleich des eigenen ADR mit dem von Mitbewerbern oder dem Marktdurchschnitt können Betreiber ihre Positionierung bewerten und ihre Preisstrategie, beispielsweise durch Dynamic Pricing, gezielt anpassen.

Beispiele

  • Eine Ferienwohnung erzielt im Juli einen Umsatz von 4.500 € aus 25 vermieteten Nächten. Der ADR für Juli beträgt 4.500 € / 25 = 180 €.
  • Ein Gastgeber vergleicht zwei seiner Apartments. Apartment A hat einen ADR von 150 €, Apartment B einen ADR von 120 €. Dies deutet darauf hin, dass Gäste bereit sind, für Apartment A einen höheren Preis zu zahlen, möglicherweise aufgrund von Größe, Ausstattung oder Lage.
  • Während eines großen Musikfestivals in der Stadt erhöht ein Hotel seine Preise. Der ADR steigt in dieser Woche von durchschnittlich 200 € auf 350 €, was die direkte Auswirkung der hohen Nachfrage auf die Preisstrategie zeigt.
  • Ein Hausverwalter analysiert die ADR-Entwicklung über das Jahr. Er stellt fest, dass der ADR im 3. Quartal (Sommer) bei 220 € liegt, im 1. Quartal (Winter) jedoch nur bei 140 €. Diese Information hilft bei der Budgetplanung und der Festlegung von Saisonpreisen für das kommende Jahr.

Häufige Fragen zu ADR (Average Daily Rate)

Was ist der Unterschied zwischen ADR und RevPAR?+
Der ADR misst den Durchschnittspreis pro verkaufter Einheit, während der RevPAR (Revenue Per Available Room) den Umsatz pro verfügbarer Einheit misst. Der RevPAR berücksichtigt also auch die Auslastung. Ein Hotel mit 10 Zimmern, von denen 5 für je 100 € verkauft werden, hat einen ADR von 100 €, aber einen RevPAR von nur 50 € (500 € Umsatz / 10 verfügbare Zimmer).
Sollte ich Reinigungsgebühren in den ADR einrechnen?+
In der Regel nicht. Die branchenübliche Definition des ADR konzentriert sich auf den reinen Übernachtungspreis, um eine saubere Vergleichbarkeit der Preisleistung zu gewährleisten. Das Einbeziehen von Zusatzgebühren wie der Endreinigung kann die Kennzahl verzerren, besonders bei kurzen Aufenthalten. Für interne Analysen des Gesamtumsatzes pro Gast können Sie diese Gebühren jedoch separat betrachten.
Wie kann ich meinen ADR steigern?+
Sie können Ihren ADR durch verschiedene Maßnahmen steigern. Dazu gehören eine dynamische Preisgestaltung, die auf Nachfrage und Saisonalität reagiert, die Verbesserung der Ausstattung oder des Services, um höhere Preise zu rechtfertigen, sowie gezieltes Marketing an Gästesegmente mit höherer Zahlungsbereitschaft. Auch die Optimierung von Inseratsfotos und -beschreibungen kann die wahrgenommene Wertigkeit und damit den erzielbaren Preis erhöhen.
Ist ein hoher ADR immer gut?+
Nicht zwangsläufig. Ein sehr hoher ADR kann auf Kosten einer niedrigen Auslastung gehen, was zu einem geringeren Gesamtumsatz führt. Wenn Sie den Preis so hoch ansetzen, dass nur wenige Gäste buchen, ist Ihr ADR zwar hoch, aber Ihr RevPAR und Ihr Gesamtgewinn sind niedrig. Das Ziel ist es, den optimalen Punkt zu finden, an dem ADR und Auslastungsrate zusammen den maximalen Umsatz generieren.
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