Industrie

Was ist ein Boardinghouse?

Zuletzt aktualisiert: 28.07.2026

Ein Boardinghouse, oft auch als Serviced Apartment oder Aparthotel bezeichnet, ist ein Beherbergungsbetrieb, der möblierte Apartments für längere Zeiträume vermietet. Die Aufenthaltsdauer reicht typischerweise von mehreren Wochen bis zu einigen Monaten. Im Gegensatz zu einer klassischen Ferienwohnung kombinieren Boardinghouses die Ausstattung einer privaten Wohnung, wie eine eigene Küche oder Kitchenette, mit Dienstleistungen, die man aus einem Hotel kennt.

Dazu gehören beispielsweise die regelmäßige Reinigung, der Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern sowie oft auch ein Ansprechpartner vor Ort. Zielgruppe sind vor allem Geschäftsreisende, Projektmitarbeiter, Expatriates oder Personen, die temporär eine Unterkunft benötigen.

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So funktioniert es

Betreiber eines Boardinghouses stellen voll ausgestattete Wohneinheiten zur Verfügung, die Gäste für einen definierten, längeren Zeitraum buchen. Die Preisgestaltung ist oft degressiv, das bedeutet, der Preis pro Nacht sinkt bei längerer Mietdauer. Der Buchungs- und Zahlungsprozess ähnelt dem eines Hotels.

Im Gegensatz zur klassischen Wohnungsmiete wird in der Regel ein Beherbergungsvertrag und kein Mietvertrag abgeschlossen. Dies vereinfacht die Prozesse bei Ein- und Auszug und unterliegt nicht dem strengen Mieterschutz, der für reguläre Wohnverhältnisse gilt. Die Verwaltung umfasst neben der Buchungskoordination auch die Organisation der inkludierten Serviceleistungen.

Warum das wichtig ist

Für Gastgeber und Hausverwaltungen stellt das Boardinghouse-Modell eine Alternative zur Kurzzeitvermietung dar. Es spricht eine andere Zielgruppe an und kann für eine stabilere und besser planbare Auslastung sorgen. Da es sich um eine gewerbliche Tätigkeit handelt, unterliegt sie anderen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen als die private Vermietung. Für einen reibungslosen Betrieb ist es entscheidend, die Erwartungen der Gäste durch klare Vereinbarungen und eine detaillierte Hausordnung zu steuern.

Beispiele

  • Ein IT-Berater mietet für ein dreimonatiges Projekt ein Serviced Apartment in Frankfurt am Main.
  • Ein internationaler Konzern bucht für neu eingestellte Mitarbeiter mehrere Wohneinheiten in einem Zürcher Aparthotel für die erste Zeit nach dem Umzug.
  • Eine Hausverwaltung in Wien wandelt mehrere leerstehende Stadtwohnungen in ein Boardinghouse um, um die Nachfrage von Diplomaten und Langzeit-Touristen zu bedienen.
  • Eine Familie überbrückt die Renovierung ihres Hauses mit einem zweimonatigen Aufenthalt in einem Boardinghouse.
  • Ein Dozent mietet während des Semesters ein kleines Apartment in einem Boardinghouse in einer Universitätsstadt.

Häufige Fragen zu Boardinghouse

Worin liegt der steuerliche Unterschied zwischen einem Boardinghouse und einer normalen Langzeitvermietung?+
Der Betrieb eines Boardinghouses gilt als gewerbliche Tätigkeit. In Deutschland unterliegt er daher der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer (7 % auf Beherbergung). In Österreich ist er ebenfalls gewerblich, umsatzsteuerpflichtig (10 %) und erfordert eine Gewerbeberechtigung. In der Schweiz fällt die Mehrwertsteuer mit dem Sondersatz für Beherbergung (3,8 %, Stand 2026) an. Die private Langzeitvermietung ist hingegen in allen drei Ländern in der Regel eine steuerlich anders behandelte Vermögensverwaltung und von der Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer befreit.
Benötige ich für ein Boardinghouse eine spezielle Genehmigung?+
Ja, in der Regel sind Genehmigungen erforderlich. Die Anforderungen variieren stark nach Standort. In Deutschland ist die baurechtliche Zulässigkeit entscheidend (z. B. nach Baunutzungsverordnung). In Österreich wird meist eine Gewerbeberechtigung für das Gastgewerbe benötigt. In der Schweiz bestimmen die kantonalen und kommunalen Bau- und Zonenordnungen, ob eine solche Nutzung zulässig ist. Oft ist eine Nutzungsänderungsgenehmigung von Wohn- zu Gewerberaum notwendig.
Welche Dienstleistungen sind für ein Boardinghouse typisch?+
Typische Dienstleistungen umfassen die regelmäßige Reinigung der Apartments, den Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern sowie einen zentralen Ansprechpartner oder eine Rezeption. Zusätzliche Angebote können ein Wäscheservice, Frühstück, die Nutzung von Gemeinschaftsräumen wie Lounges oder Fitnessbereichen und manchmal auch ein Concierge-Service sein. Der Umfang der Services ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu einer unbewirtschafteten Ferienwohnung.
Gilt für Gäste in einem Boardinghouse das Mietrecht oder das Beherbergungsrecht?+
In der Regel gilt für Aufenthalte in einem Boardinghouse das Beherbergungsrecht, da der Schwerpunkt auf der Bereitstellung einer Unterkunft mit Serviceleistungen für einen vorübergehenden Zweck liegt. Dies bedeutet, dass die strengen Schutzvorschriften des Wohnraummietrechts, beispielsweise bezüglich Kündigungsfristen und Mieterhöhungen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblicherweise keine Anwendung finden. Es wird ein Beherbergungsvertrag, kein Mietvertrag, geschlossen.
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