Was ist der Digital Services Act (DSA)?
Der Digital Services Act (DSA), offiziell die Verordnung (EU) 2022/2065, ist ein EU-Gesetz zur Regulierung von Online-Vermittlungsdiensten wie sozialen Netzwerken und Online-Marktplätzen, einschließlich Online-Reiseagenturen (OTAs). Sein Hauptziel ist es, ein sichereres, faireres und transparenteres Online-Umfeld zu schaffen, indem es klare Regeln für den Umgang mit illegalen Inhalten, die Moderation von Inhalten und die Nachverfolgbarkeit von gewerblichen Anbietern festlegt.
In Deutschland und Österreich ist der DSA seit dem 17. Februar 2024 für alle Plattformen verbindlich. In der Schweiz, als Nicht-EU-Mitglied, findet das Gesetz keine direkte Anwendung.
Abonnieren Sie den Newsletter
von Lodgify
So funktioniert es
Für die Ferienvermietung ist vor allem die „Know Your Business Customer“ (KYBC) Pflicht relevant. Online-Plattformen wie Airbnb oder Booking.com müssen die Identität ihrer gewerblichen Anbieter (Gastgeber und Agenturen) überprüfen und bestimmte Informationen sammeln. Dazu gehören Name, Adresse, Kontaktdaten, Handelsregisternummer (falls zutreffend) und Bankdaten. Diese Informationen müssen teilweise für Gäste sichtbar gemacht werden, um die Transparenz zu erhöhen und Betrug vorzubeugen. Die Plattformen sind zudem verpflichtet, klare und schnelle Verfahren für die Meldung und Entfernung illegaler Angebote bereitzustellen.
Warum das wichtig ist
Für Gastgeber und Hausverwaltungen bedeutet der DSA, dass sie verpflichtet sind, ihre Identitäts- und Unternehmensdaten gegenüber den OTAs, auf denen sie inserieren, offenzulegen und verifizieren zu lassen. Dies professionalisiert den Markt, da unseriöse oder betrügerische Anbieter leichter identifiziert werden können. Gleichzeitig erhöht es das Vertrauen der Gäste, da sie klar erkennen können, mit wem sie einen Beherbergungsvertrag abschließen. Die Regelung schafft somit fairere Wettbewerbsbedingungen für alle professionellen Anbieter.
Beispiele
- Ein Gastgeber in Deutschland, der seine Ferienwohnung auf Booking.com anbietet, muss dem Portal seine Steuernummer und Bankverbindung mitteilen, um die KYBC-Anforderungen des DSA zu erfüllen.
- Eine Agentur in Österreich, die mehrere Objekte über Airbnb verwaltet, muss ihre Firmenbuchnummer hinterlegen und eine Selbstzertifizierung abgeben, dass ihre Angebote EU-Recht entsprechen.
- Ein Gast meldet ein Inserat auf FeWo-direkt als betrügerisch. Gemäß DSA muss die Plattform einen klaren Prozess zur Prüfung und gegebenenfalls schnellen Entfernung des Inhalts haben.
- Ein Schweizer Vermieter, der auf denselben Plattformen inseriert, unterliegt zwar den AGB der Plattformen, aber nicht direkt den Verpflichtungen des DSA, da die Schweiz kein EU-Mitglied ist.
Offizielle Quellen und Referenzen
Häufige Fragen zu Digital Services Act (DSA)
Betrifft mich der DSA auch als privater Kleinvermieter?+
Was ist der Unterschied zwischen dem DSA und der EU-Kurzzeitvermietungsverordnung?+
Welche Daten muss ich als Gastgeber wegen des DSA an OTAs übermitteln?+
Gelten die DSA-Regeln auch für meine eigene Direktbuchungswebsite?+
Verwandte Begriffe
DSGVO für Gastgeber
Die DSGVO regelt, wie Gastgeber in der EU personenbezogene Daten von Gästen erheben, verarbeiten und speichern müssen, um hohe Bußgelder zu vermeiden.
Impressumspflicht
Die Impressumspflicht verpflichtet Anbieter von Online-Diensten, klare Kontakt- und Identitätsinformationen auf ihrer Website bereitzustellen.
Vermittlungsplattform
Eine Vermittlungsplattform ist eine Online-Plattform, die Anbieter von Unterkünften mit potenziellen Gästen zusammenbringt und Buchungen vermittelt.
Concierge-Service
Ein Concierge-Service in der Ferienvermietung erfüllt personalisierte Gästewünsche, die über die reine Beherbergung hinausgehen.
