Politik und Rechtliches

Was ist Barrierefreiheit in Ferienunterkünften?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Barrierefreiheit in Ferienunterkünften ist die Gestaltung von Räumlichkeiten und Dienstleistungen, sodass diese für Menschen mit Behinderungen, Bewegungseinschränkungen oder für Senioren uneingeschränkt und ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Dies umfasst bauliche Aspekte wie stufenlose Zugänge, breite Türen und angepasste Sanitäranlagen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in Deutschland durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), in Österreich durch das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) und in der Schweiz durch das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) geregelt. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wozu auch der Tourismus zählt.

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So funktioniert es

Die Umsetzung von Barrierefreiheit beginnt mit einer Analyse der Unterkunft. Bauliche Maßnahmen umfassen den Einbau von Rampen oder Aufzügen, die Verbreiterung von Türen auf mindestens 80 cm und die Schaffung von Bewegungsflächen, zum Beispiel 150x150 cm im Bad.

Im Inneren sind höhenverstellbare Möbel, unterfahrbare Waschtische und bodengleiche Duschen mit Haltegriffen entscheidend. Auch die digitale Barrierefreiheit ist wichtig: Die Website und Buchungsinformationen sollten für Screenreader lesbar sein und klare, detaillierte Angaben zu den vorhandenen Barrierefreiheitsmerkmalen enthalten.

Warum das wichtig ist

Barrierefreie Unterkünfte erschließen eine wachsende und kaufkräftige Zielgruppe von Menschen mit Behinderungen und Senioren, die oft in der Nebensaison reisen und länger bleiben. Eine zertifizierte barrierefreie Ausstattung ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal und erhöht die Sichtbarkeit auf spezialisierten Portalen. Zudem erfüllen Gastgeber damit eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung und verbessern das Gasterlebnis für alle, beispielsweise auch für Familien mit Kinderwagen, erheblich.

Beispiele

  • Ein stufenloser Eingang zur Ferienwohnung über eine fest installierte Rampe mit einer maximalen Steigung von 6 %.
  • Ein Badezimmer mit einer befahrbaren, bodengleichen Dusche (Roll-in-Dusche), einem Duschklappsitz und Haltegriffen an Dusche und WC.
  • Eine Küche, bei der die Arbeitsplatte und der Herd teilweise unterfahrbar sind, um die Nutzung vom Rollstuhl aus zu ermöglichen.
  • Die Bereitstellung von Informationen zur Unterkunft in leichter Sprache oder mit großen Buchstaben für Gäste mit kognitiven oder visuellen Einschränkungen.
  • Lichtschalter, Steckdosen und Türgriffe sind auf einer Höhe von 85 cm angebracht, um sie für Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Menschen erreichbar zu machen.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Barrierefreiheit in Ferienunterkünften

Bin ich gesetzlich verpflichtet, meine Ferienwohnung barrierefrei zu gestalten?+
Eine generelle Pflicht zum barrierefreien Umbau bestehender privater Ferienwohnungen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz meist nicht. Jedoch können bei Neubauten oder umfassenden Sanierungen je nach Landesbauordnung Vorgaben bestehen. Das deutsche BFSG verpflichtet ab 2025 vor allem bei digitalen Produkten und Dienstleistungen. Gastgeber sollten sich über die spezifischen kantonalen oder landesrechtlichen Bauvorschriften informieren, um die genauen Anforderungen zu kennen.
Welche Zertifizierungen für Barrierefreiheit gibt es im DACH-Raum?+
In Deutschland ist das Kennzeichnungssystem 'Reisen für Alle' der führende Standard. Es erhebt und prüft Daten zur Barrierefreiheit und vergibt ein Siegel. In Österreich und der Schweiz gibt es keine einheitliche nationale Zertifizierung, sondern verschiedene regionale Initiativen und Labels von Tourismusverbänden oder Behindertenorganisationen. Diese Systeme helfen Gästen, verlässliche Informationen zu finden und die Eignung einer Unterkunft für ihre Bedürfnisse zu bewerten, was die Buchungsentscheidung erleichtert.
Wie beschreibe ich die Barrierefreiheit meiner Unterkunft korrekt im Inserat?+
Vermeiden Sie pauschale Begriffe wie 'behindertengerecht'. Seien Sie stattdessen präzise und ehrlich. Geben Sie exakte Maße an, zum Beispiel die Breite von Türen und Fluren in Zentimetern. Beschreiben Sie die Ausstattung des Badezimmers detailliert, etwa die Höhe des WCs oder das Vorhandensein von Haltegriffen. Aussagekräftige Fotos von allen relevanten Bereichen wie Eingang, Bad und Schlafzimmer sind unerlässlich, um Gästen eine verlässliche Einschätzung zu ermöglichen.
Gibt es finanzielle Förderungen für den barrierefreien Umbau?+
Ja, für den barrierefreien Umbau gibt es im DACH-Raum diverse Förderprogramme. In Deutschland bietet beispielsweise die KfW-Bank zinsgünstige Kredite und Zuschüsse an. In Österreich und der Schweiz existieren ebenfalls Förderungen auf Bundes-, Landes- oder Kantonsebene sowie durch Stiftungen. Gastgeber sollten sich bei den zuständigen Baubehörden, Wirtschaftsförderstellen oder spezialisierten Beratungsstellen über die konkreten Möglichkeiten und Voraussetzungen für ihre Region informieren.
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