Berichterstattung

Was ist die Auslastung (Belegungsrate)?

Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026

Die Auslastung (oder Belegungsrate) ist eine zentrale Kennzahl (KPI) in der Ferienvermietung, die den prozentualen Anteil der gebuchten Nächte im Verhältnis zu den insgesamt zur Vermietung verfügbaren Nächten angibt. Sie dient als Indikator für die Nachfrage und die Effizienz der Vermarktungsstrategien eines Objekts.

Die Berechnung erfolgt durch die Formel: (Anzahl der belegten Nächte / Anzahl der verfügbaren Nächte) × 100. Das Ergebnis wird in Prozent ausgedrückt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Leistungsanalyse und des Ertragsmanagements für Gastgeber und Hausverwaltungen.

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So funktioniert es

Zur Berechnung der Auslastung werden zunächst die belegten Nächte innerhalb eines definierten Zeitraums (z. B. ein Monat, ein Quartal oder ein Jahr) gezählt. Anschließend wird die Anzahl der Nächte ermittelt, an denen die Unterkunft buchbar war.

Wichtig ist, dass von der Gesamtzahl der Tage im Zeitraum alle Nächte abgezogen werden, an denen die Unterkunft nicht zur Verfügung stand. Dazu zählen beispielsweise Tage für Renovierungen und Grundreinigungen oder die Eigennutzung durch den Eigentümer. Die Division der belegten durch die so bereinigten verfügbaren Nächte ergibt die aussagekräftige Auslastungsquote.

Warum das wichtig ist

Die Auslastung ist entscheidend für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Ferienunterkunft. Sie hilft Gastgebern, die Wirksamkeit ihrer Preisstrategie, ihres Marketings und ihrer Vertriebskanäle zu beurteilen. Eine Analyse der Auslastung im Zeitverlauf und im Vergleich zum lokalen Markt ermöglicht fundierte Anpassungen, um den Umsatz zu optimieren. Sie ist eine Grundlage für strategische Entscheidungen im Revenue Management, oft in Kombination mit der durchschnittlichen Tagesrate (ADR) und dem RevPAR.

Beispiele

  • Eine Ferienwohnung an der Ostsee ist im Juli an 28 von 31 Tagen gebucht. Die Auslastung für diesen Monat beträgt (28 / 31) × 100 ≈ 90,3 %.
  • Ein Chalet in den Alpen ist ganzjährig buchbar (365 Tage). Der Eigentümer blockiert 45 Tage für die Eigennutzung. Im Laufe des Jahres wird das Chalet für 210 Nächte vermietet. Die Auslastung berechnet sich wie folgt: 210 / (365 - 45) = 210 / 320 ≈ 65,6 %.
  • Ein Apartment in einer Stadt hat eine Auslastung von 95 %, aber eine niedrige Durchschnittsrate (ADR) von 80 €. Ein vergleichbares Apartment hat nur 70 % Auslastung, erzielt aber einen ADR von 130 €. Das zweite Apartment ist trotz geringerer Auslastung profitabler.
  • Eine Hausverwaltung vergleicht die durchschnittliche Auslastung ihrer Objekte in einer Region (68 %) mit dem von Tourismusverbänden veröffentlichten Marktdurchschnitt (62 %), um die eigene Leistung einzuordnen.

Häufige Fragen zu Auslastung (Belegungsrate)

Was ist eine gute Auslastung für eine Ferienwohnung?+
Eine pauschal „gute“ Auslastung gibt es nicht, da sie stark von Standort, Saisonalität, Objekttyp und Preisstrategie abhängt. In gefragten Destinationen können Jahresdurchschnitte von 60 % bis 80 % als gut gelten. Wichtiger als ein absoluter Wert ist jedoch der Vergleich mit direkten Wettbewerbern und dem lokalen Marktdurchschnitt. Eine hohe Auslastung zu einem sehr niedrigen Preis ist wirtschaftlich nicht immer erstrebenswert.
Wie berechne ich die Auslastung, wenn ich die Unterkunft selbst nutze?+
Für eine korrekte betriebswirtschaftliche Analyse müssen Nächte, die Sie für die Eigennutzung blockieren, von der Gesamtzahl der verfügbaren Nächte abgezogen werden. Wenn Ihr Objekt beispielsweise 365 Tage im Jahr existiert und Sie es 30 Tage selbst nutzen, beträgt die Basis für die Berechnung 335 verfügbare Nächte. So messen Sie die tatsächliche Vermietungsleistung Ihres Objekts im Markt.
Beeinflusst die Auslastung meine Steuern im DACH-Raum?+
Indirekt, ja. Die Auslastung beeinflusst Ihren Gesamtumsatz, der die Basis für Einkommen- und Umsatzsteuer bildet. Eine dauerhaft sehr niedrige Auslastung kann zudem dazu führen, dass die Finanzbehörden die Gewinnerzielungsabsicht anzweifeln. In Deutschland, Österreich (Stichwort: Liebhaberei) und der Schweiz prüfen die Behörden, ob eine Tätigkeit auf Dauer angelegt ist, um Überschüsse zu erzielen. Ist dies nicht der Fall, können Verluste steuerlich nicht anerkannt werden.
Sollte ich immer eine 100-prozentige Auslastung anstreben?+
Nein, eine hundertprozentige Auslastung ist selten das optimale Ziel. Sie kann ein Indikator für zu niedrige Preise sein, was bedeutet, dass Sie Umsatzpotenzial verschenken. Zudem lässt eine lückenlose Belegung keine Zeit für spontane Wartungsarbeiten, Reparaturen oder eine gründliche Reinigung. Ein strategisches Ertragsmanagement zielt auf einen optimalen Mix aus Auslastung und hoher Durchschnittsrate (ADR) ab, um den Gesamtumsatz (RevPAR) zu maximieren.
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