Hausverwaltung

Was sind Legionellenprüfung und Trinkwasserhygiene?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Legionellenprüfung und Trinkwasserhygiene umfassen alle Maßnahmen, die der Sicherstellung einer gesundheitlich unbedenklichen Wasserqualität in den Leitungen einer Immobilie dienen. Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser, insbesondere in stehendem Wasser von Leitungen und Boilern, vermehren können.

Werden sie über Aerosole (z. B. beim Duschen) eingeatmet, können sie die schwere Legionärskrankheit auslösen. Für Vermieter von Ferienunterkünften ist die Einhaltung der Trinkwasserhygiene Teil der Verkehrssicherungspflicht und gesetzlich geregelt, um Gäste zu schützen.

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So funktioniert es

In Deutschland verpflichtet die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) Betreiber von „Großanlagen zur Trinkwassererwärmung“ im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (wie der Ferienvermietung) zu einer regelmäßigen, meist dreijährigen Untersuchungspflicht durch ein akkreditiertes Labor.

In Österreich schreiben die Trinkwasserverordnung (TWV) und die ÖNORM B 5019 für gewerbliche Beherbergungsbetriebe eine jährliche Legionellenprüfung vor. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und für Behörden einsehbar aufbewahrt werden.

In der Schweiz basiert die Sicherstellung der Wasserhygiene auf dem Prinzip der Selbstkontrolle gemäß der Verordnung des EDI über Trinkwasser (TBDV). Betreiber müssen ein risikobasiertes Konzept erstellen und umsetzen, das regelmäßige Kontrollen und bei Bedarf Wasserproben beinhalten kann.

Warum das wichtig ist

Die Einhaltung der Vorschriften zur Trinkwasserhygiene ist für Gastgeber von entscheidender Bedeutung. Sie schützt nicht nur die Gesundheit der Gäste vor schweren Erkrankungen, sondern sichert den Vermieter auch rechtlich ab. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Bußgelder und im Schadensfall Haftungsansprüche. Eine dokumentierte Prüfung ist ein wichtiger Nachweis der Sorgfaltspflicht und Teil der allgemeinen Hygienevorschriften für Ferienwohnungen.

Beispiele

  • Ein Vermieter eines Mehrfamilienhauses in Deutschland mit Ferienwohnungen und einem zentralen Wasserspeicher über 400 Liter beauftragt alle drei Jahre ein zertifiziertes Labor mit der Entnahme und Analyse von Wasserproben.
  • Ein Chalet-Betreiber in Österreich lässt jährlich das Warmwassersystem auf Legionellen prüfen und führt ein Betriebsbuch, in dem die Ergebnisse und Wartungsarbeiten festgehalten werden.
  • Ein Schweizer Property Manager erstellt für seine verwalteten Ferienwohnungen einen Spülplan, um bei Leerstand die Wasserleitungen regelmäßig durchzuspülen und so Stagnation zu verhindern.
  • Nach längerer Nichtnutzung einer Ferienwohnung lässt der Gastgeber vor Anreise neuer Gäste das Wasser an allen Hähnen und Duschen für mehrere Minuten laufen, um das System zu spülen.

Offizielle Quellen und Referenzen

Häufige Fragen zu Legionellenprüfung und Trinkwasserhygiene

Gilt die Prüfpflicht für jede Ferienwohnung?+
Nicht zwangsläufig für jede einzelne. Entscheidend ist die Art der Wassererwärmung. In Deutschland und Österreich betrifft die Pflicht vor allem Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, also z. B. Mehrfamilienhäuser mit zentralem Speicher. Eine einzelne Ferienwohnung mit eigenem Durchlauferhitzer fällt oft nicht darunter. Die genauen Definitionen variieren je nach nationaler Gesetzgebung, weshalb eine individuelle Prüfung der eigenen Anlage unerlässlich ist.
Was passiert bei einem positiven Legionellenbefund?+
Ein positiver Befund, der den technischen Maßnahmenwert überschreitet, löst eine Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt aus. Der Betreiber muss unverzüglich eine Gefährdungsanalyse durchführen, um die Ursache zu finden. Zudem sind sofortige Maßnahmen zur Desinfektion des Wassersystems (z. B. thermische Desinfektion) und zur Information der Nutzer erforderlich. Bis zur Sanierung können Nutzungsbeschränkungen, wie ein Duschverbot, verhängt werden.
Wie kann ich der Bildung von Legionellen vorbeugen?+
Die wichtigste Maßnahme ist die Vermeidung von Wasserstagnation. Sorgen Sie für eine regelmäßige Wasserentnahme an allen Zapfstellen, besonders nach längeren Leerständen. Die Temperatur des Warmwassers sollte im Speicher konstant über 60 °C und im Leitungssystem über 55 °C gehalten werden. Kaltwasser sollte unter 25 °C bleiben. Eine regelmäßige Wartung der Anlage durch einen Fachbetrieb hilft ebenfalls, Risiken zu minimieren.
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