Industrie

Was ist Glamping?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Glamping, ein Kofferwort aus „glamourös“ und „Camping“, bezeichnet eine Form des naturnahen Tourismus, die den Aufenthalt im Freien mit dem Komfort und den Annehmlichkeiten einer gehobenen Unterkunft kombiniert. Im Gegensatz zum traditionellen Camping, das oft mit einfacher Ausrüstung und Selbstversorgung verbunden ist, bieten Glamping-Unterkünfte luxuriöse Ausstattungsmerkmale.

Dazu gehören beispielsweise feste Betten, private Badezimmer, Stromversorgung, Heizung oder Klimaanlage und oft auch eine voll ausgestattete Küche. Die Unterkunftsarten sind vielfältig und reichen von Jurten, Safarizelten und Tipis über Baumhäuser und Tiny Houses bis hin zu umgebauten Wohnwagen oder geodätischen Kuppeln.

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So funktioniert es

Anbieter von Glamping schaffen einzigartige Beherbergungserlebnisse, indem sie naturnahe Standorte mit hochwertigen, oft unkonventionellen Unterkünften ausstatten. Der Betriebsansatz ähnelt dem eines Beherbergungsbetriebs, wobei der Fokus auf dem besonderen Erlebnis und der Verbindung zur Natur liegt.

Die Vermarktung erfolgt häufig über spezialisierte Portale, OTAs und die eigene Website. Im Gegensatz zu klassischen Campingplätzen, die primär Stellplätze vermieten, verkaufen Glamping-Anbieter ein fertiges, bezugsfertiges Produkt inklusive aller Annehmlichkeiten, was eine höhere Preisgestaltung ermöglicht.

Warum das wichtig ist

Für Gastgeber und Hausverwaltungen stellt Glamping eine attraktive Nische dar, um neue Zielgruppen anzusprechen, die Naturerlebnisse suchen, aber nicht auf Komfort verzichten möchten. Es ermöglicht eine höhere Wertschöpfung pro Einheit im Vergleich zu traditionellen Ferienwohnungen und kann ungenutzte Grundstücke in profitable Beherbergungsbetriebe verwandeln. Die Einzigartigkeit der Unterkünfte führt oft zu hoher Nachfrage und Direktbuchungen.

Beispiele

  • Ein Betreiber in den Alpen vermietet luxuriös ausgestattete Jurten mit Holzofen und privatem Hot Tub.
  • Ein Weingut an der Mosel bietet Übernachtungen in umgebauten Weinfässern mit Panoramablick auf die Weinberge an.
  • Ein Anbieter an der Ostseeküste vermietet voll ausgestattete Safarizelte für Familien, nur wenige Meter vom Strand entfernt.
  • Ein Waldbesitzer im Schwarzwald hat mehrere Baumhäuser mit modernen Bädern und Küchenzeilen errichtet, die über eine eigene Website vermarktet werden.

Häufige Fragen zu Glamping

Benötige ich für Glamping-Unterkünfte eine Baugenehmigung?+
Ja, in den meisten Fällen ist eine Baugenehmigung erforderlich, da es sich oft um feste oder semi-permanente Bauten handelt. Die genauen Vorschriften variieren stark je nach Bundesland in Deutschland, Bundesland in Österreich und Kanton in der Schweiz. Eine frühzeitige Abklärung mit der zuständigen Baubehörde ist unerlässlich, um die lokalen Bebauungspläne und rechtlichen Anforderungen zu prüfen.
Welche steuerlichen Aspekte sind beim Glamping zu beachten?+
Einnahmen aus Glamping unterliegen der Einkommensteuer. Je nach Umsatz kann eine Umsatzsteuerpflicht (in der Schweiz Mehrwertsteuerpflicht) bestehen, wobei in Deutschland und Österreich die Kleinunternehmerregelung geprüft werden kann. Zudem können lokale Abgaben wie die Kurtaxe oder Ortstaxe anfallen, die vom Gast eingezogen und an die Gemeinde abgeführt werden müssen. Eine Gewerbeanmeldung ist in der Regel erforderlich.
Wie unterscheidet sich Glamping rechtlich von einem normalen Campingplatz?+
Ein klassischer Campingplatz vermietet primär Stellplätze. Glamping fällt hingegen meist unter die Kategorie Beherbergungsbetrieb, ähnlich einer Ferienwohnung. Dies hat Auswirkungen auf den Beherbergungsvertrag, die Meldepflicht für Gäste sowie auf Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, die oft strenger sind als auf einem reinen Campingplatz.
Welche Versicherungen sind für einen Glamping-Betrieb notwendig?+
Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist unerlässlich, um Schäden abzudecken, die Gästen auf Ihrem Grundstück oder in der Unterkunft zustoßen. Zusätzlich ist eine Gebäude- oder Inhaltsversicherung für die oft hochwertigen Unterkünfte und deren Ausstattung wichtig. Je nach Angebot können weitere Versicherungen, wie eine Betriebsunterbrechungsversicherung, sinnvoll sein, um sich gegen Einnahmeausfälle abzusichern.
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