Berichterstattung

Was ist der Net Promoter Score (NPS)?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Der Net Promoter Score (NPS) ist eine Kennzahl zur Messung der Kundentreue und Weiterempfehlungsbereitschaft. Er basiert auf einer einzigen, zentralen Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie [unsere Ferienwohnung] einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“ Die Antwort erfolgt auf einer Skala von 0 (sehr unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich).

Basierend auf ihrer Antwort werden die Gäste in drei Gruppen eingeteilt: Promotoren (9–10), Passive (7–8) und Detraktoren (0–6). Der NPS-Wert ergibt sich aus dem prozentualen Anteil der Promotoren abzüglich des prozentualen Anteils der Detraktoren.

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So funktioniert es

Die Erhebung des NPS erfolgt typischerweise durch eine kurze Umfrage nach dem Aufenthalt des Gastes. Neben der Skalenfrage wird oft eine offene Folgefrage gestellt, wie zum Beispiel „Was ist der Hauptgrund für Ihre Bewertung?“. Dies liefert wertvolles qualitatives Feedback, um die numerische Bewertung zu verstehen.

Zur Berechnung wird der prozentuale Anteil der Detraktoren vom prozentualen Anteil der Promotoren subtrahiert. Beispiel: Bei 60 % Promotoren, 20 % Passiven und 20 % Detraktoren lautet die Rechnung 60 - 20 = 40. Der resultierende NPS ist 40. Der Wert kann zwischen -100 (alle sind Detraktoren) und +100 (alle sind Promotoren) liegen.

Warum das wichtig ist

Für Gastgeber und Verwalter von Ferienunterkünften ist der NPS ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument zur Messung der Gästeloyalität. Er bietet eine standardisierte, leicht vergleichbare Kennzahl, die über die reine Zufriedenheit hinausgeht. Im Gegensatz zu öffentlichen Gästebewertungen dient der NPS primär der internen Steuerung, um die Servicequalität zu überwachen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und die Effektivität von Maßnahmen zu verfolgen. Er hilft, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Beispiele

  • Ein Gastgeber versendet nach dem Check-out eine NPS-Umfrage. Von 10 Antworten sind 6 Promotoren (Note 9-10), 2 Passive (7-8) und 2 Detraktoren (0-6). Die Berechnung lautet: (60 % Promotoren) - (20 % Detraktoren) = NPS von 40.
  • Eine Agentur vergleicht den NPS ihrer Objekte. Eine Ferienwohnung am See hat einen NPS von 55, während ein Stadtapartment nur einen NPS von 15 erreicht. Dies signalisiert dringenden Handlungsbedarf beim Stadtapartment, um die Gästezufriedenheit zu steigern.
  • Ein Chalet-Betreiber in der Schweiz stellt fest, dass sein NPS von 50 über dem branchenüblichen Durchschnitt von 45 für alpine Unterkünfte liegt. Ein Vermieter in Deutschland erkennt hingegen, dass sein NPS von 30 für eine Stadtwohnung unter dem dortigen Durchschnitt von 35 liegt und leitet Verbesserungsmaßnahmen ein.

Häufige Fragen zu Net Promoter Score (NPS)

Was ist ein guter NPS-Wert für eine Ferienwohnung?+
Ein universell „guter“ Wert existiert nicht, da er stark vom Standort und der Art der Unterkunft abhängt. Grundsätzlich ist jeder Wert über 0 positiv. Ein NPS über 50 gilt als exzellent. Wichtiger als der absolute Wert ist jedoch die Entwicklung über die Zeit und der Vergleich mit eigenen früheren Ergebnissen. Benchmarks für die Hotellerie in Deutschland, Österreich und der Schweiz können eine Orientierung bieten, sind aber nicht immer direkt übertragbar.
Wie unterscheidet sich der NPS von einer normalen Gästebewertung?+
Der NPS misst als standardisierte Kennzahl gezielt die Loyalität und Weiterempfehlungsbereitschaft. Eine Gästebewertung auf Portalen ist oft detaillierter, subjektiver, öffentlich sichtbar und bewertet spezifische Aspekte wie Sauberkeit oder Lage. Der NPS ist hingegen primär ein internes Steuerungsinstrument, um die allgemeine Zufriedenheit zu quantifizieren und Trends zu erkennen, während öffentliche Bewertungen das Image und die Buchungsentscheidung neuer Gäste direkt beeinflussen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um die NPS-Frage zu stellen?+
Der ideale Zeitpunkt ist kurz nach dem Aufenthalt, wenn die Erinnerung des Gastes noch frisch ist. Üblich ist eine automatisierte E-Mail ein bis drei Tage nach dem Check-out. Eine zu späte Abfrage kann die Antwortrate senken und zu ungenaueren Ergebnissen führen. Der Kanal kann variieren, zum Beispiel per E-Mail, SMS oder über eine Gäste-App, je nachdem, wie Sie üblicherweise mit Ihren Gästen kommunizieren.
Muss ich für die NPS-Erhebung die DSGVO oder das Schweizer DSG beachten?+
Ja, die Erhebung unterliegt den Datenschutzgesetzen. In Deutschland und Österreich ist die DSGVO maßgeblich, in der Schweiz das Datenschutzgesetz (DSG). Sie benötigen eine Rechtsgrundlage, meist die Einwilligung des Gastes oder ein berechtigtes Interesse. Informieren Sie die Gäste transparent über den Zweck der Umfrage und wie ihre Daten verwendet werden. Die Antworten sollten, wenn möglich, anonymisiert oder pseudonymisiert ausgewertet werden, um die Privatsphäre zu schützen.
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