Berichterstattung

Was ist eine Buchungskurve (Pace-Report)?

Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026

Eine Buchungskurve, auch Pace-Report genannt, ist ein zentrales Analyseinstrument im Revenue Management der Ferienvermietung. Sie visualisiert die kumulierten Buchungen, gemessen in Übernachtungen oder Umsatz, für einen zukünftigen Zeitraum zu einem bestimmten Stichtag. Diese aktuellen Daten werden mit den Werten für denselben zukünftigen Zeitraum aus dem Vorjahr (Year-over-Year) oder einem festgelegten Budget verglichen.

Der Report zeigt die Buchungsgeschwindigkeit (Pace) und hilft Gastgebern zu beurteilen, ob sie im Vergleich zur Referenzperiode voraus, im Plan oder im Rückstand sind. Dies ermöglicht proaktive Anpassungen der Preisstrategie.

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So funktioniert es

Ein Pace-Report erfasst zu einem festen Stichtag (z. B. heute) den aktuellen Buchungsstand (On-the-Books) für einen zukünftigen Zeitraum, etwa den kommenden August. Dieser Wert wird dann mit dem Buchungsstand für den August des Vorjahres verglichen, wie er am exakt gleichen Stichtag des Vorjahres erfasst wurde.

Liegt der aktuelle Buchungsstand über dem Vorjahreswert, ist man dem „Pace“ voraus. Liegt er darunter, ist man im Rückstand. Diese Analyse kann für einzelne Tage, Wochen oder Monate durchgeführt werden und wird oft grafisch als Kurve dargestellt, die den Buchungsfortschritt über die Zeit zeigt.

Warum das wichtig ist

Die Buchungskurve ist entscheidend für ein proaktives Revenue Management. Anstatt nur auf die endgültige Auslastung zu reagieren, können Gastgeber und Verwalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz frühzeitig Trends erkennen. Ein Rückstand im Pace kann auf zu hohe Preise oder mangelnde Sichtbarkeit hindeuten und ermöglicht rechtzeitige Preisanpassungen oder Marketingaktionen, um die Ziele doch noch zu erreichen. Ein Vorsprung signalisiert Potenzial für Preiserhöhungen.

Beispiele

  • Ein Gastgeber in Tirol stellt am 1. Mai fest, dass für den August nur 30 % der Nächte gebucht sind, während es im Vorjahr am 1. Mai bereits 50 % waren. Er ist „behind pace“ und sollte eine Preissenkung oder eine Marketingkampagne in Erwägung ziehen.
  • Eine Agentur an der Ostsee sieht am 1. März, dass ihre Objekte für die Pfingstferien bereits zu 80 % ausgebucht sind, verglichen mit 60 % im Vorjahr. Sie ist „ahead of pace“ und kann die Preise für die verbleibenden Nächte anheben.
  • Ein Verwalter von Stadtwohnungen in Zürich vergleicht die Buchungen für ein Messewochenende im Oktober mit dem Vorjahr und stellt fest, dass die Buchungsgeschwindigkeit nahezu identisch ist. Er ist „on pace“ und behält seine aktuelle Preisstrategie bei.

Häufige Fragen zu Buchungskurve (Pace-Report)

Was ist der Unterschied zwischen einer Buchungskurve und einem Pick-up-Report?+
Eine Buchungskurve (Pace-Report) zeigt den kumulierten Buchungsstand für die Zukunft im Vergleich zum Vorjahr. Sie beantwortet die Frage: „Wie viele Buchungen habe ich heute für August im Vergleich zum selben Tag letztes Jahr?“. Ein Pick-up-Report hingegen misst die Netto-Veränderung (neue Buchungen minus Stornierungen) in einem kurzen, vergangenen Zeitraum, z. B. in der letzten Woche. Er zeigt die aktuelle Buchungsaktivität, nicht den Gesamtfortschritt im Jahresvergleich.
Wie unterscheidet sich die Buchungskurve vom Buchungsfenster?+
Die Buchungskurve vergleicht die Buchungsmenge zu einem Stichtag. Das Buchungsfenster (Lead Time) hingegen misst den durchschnittlichen Zeitraum zwischen dem Buchungsdatum und dem Anreisedatum. Während die Buchungskurve die Frage „Wie voll bin ich?“ beantwortet, klärt das Buchungsfenster die Frage „Wie weit im Voraus buchen meine Gäste?“. Beide Kennzahlen sind wichtig für die Preisstrategie, messen aber unterschiedliche Aspekte des Buchungsverhaltens.
Ab welcher Betriebsgröße ist ein Pace-Report sinnvoll?+
Ein Pace-Report ist bereits für eine einzelne Ferienwohnung wertvoll, um die eigene Preisstrategie im Jahresvergleich zu validieren. Seine volle Stärke entfaltet er jedoch bei Hausverwaltungen mit mehreren Objekten. Hier ermöglicht er eine aggregierte Sicht auf das Portfolio und hilft, systematisch Potenziale für Umsatzsteigerungen oder notwendige Korrekturen zu identifizieren, bevor es zu spät ist. Professionelle Property Management Systeme erstellen solche Berichte oft automatisch.
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